Ben is Back

Ben Is Back“ von Peter Hedges erzählt die Geschichte von Ben Burns, der an Heiligabend unerwartet nach Hause zurückkehrt. Er war monatelang in der Reha wegen seiner Sucht nach verschreibungspflichtigen Medikamenten. Seine Mutter Holly freut sich über seine Rückkehr, ist jedoch besorgt wegen seiner Instabilität. Sie erlaubt ihm, für 24 Stunden zu bleiben, unter der Bedingung, dass er stets in ihrer Nähe bleibt. Während eines Einkaufsbummels trifft Holly auf Bens ehemaligen Arzt und macht ihn für Bens Abhängigkeit verantwortlich.

Dauer: 103 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Peter Hedges
Produzenten: Nina Jacobson, Brad Simpson, Teddy Schwarzman
Hauptdarsteller: Julia Roberts, Lucas Hedges, Kathryn Newton
Nebendarsteller: Courtney B. Vance, Tim Guinee, Mia Fowler
Genre: Drama
Studio: Black Bear Pictures, Color Force
Sprachen: Deutsch, English

Der Film zeigt eindrucksvoll die Achterbahnfahrt der Gefühle innerhalb der Familie. Die anfängliche Freude über Bens Rückkehr wird schnell von Angst und Misstrauen abgelöst. Als der Familienhund Ponce verschwindet, begeben sich Ben und Holly auf eine intensive Suche durch die Nachbarschaft. Diese Suche offenbart nicht nur dunkle Geheimnisse, sondern stellt auch die Stärke der Familienbande auf die Probe. Wird Ben es schaffen, sich seinen Dämonen zu stellen und seine Familie zu schützen?

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Der Film „Ben is Back“ ist ein Drama unter der Regie von Peter Hedges, der auch das Drehbuch schrieb. Die Hauptrollen spielen Julia Roberts als Holly Burns, Lucas Hedges als Ben Burns, Kathryn Newton als Ivy Burns und Courtney B. Vance als Neal Burns. Weitere Besetzungen umfassen Tim Guinee als Phil, Mia Fowler als Lacey Beebe, Melissa van der Schyff als Robin Striem und Marquise Vilson als Leon B. Die Filmmusik komponierte Dickon Hinchliffe, Stuart Dryburgh übernahm die Kameraarbeit, und Ian Blume war für den Schnitt verantwortlich. Produzenten des Films sind Nina Jacobson, Brad Simpson und Teddy Schwarzman.

Der Film feierte seine Weltpremiere am 8. September 2018 beim Toronto International Film Festival und kam am 7. Dezember 2018 in die US-Kinos, gefolgt von einem Kinostart in Deutschland am 10. Januar 2019. Gedreht wurde der Film an verschiedenen Drehorten in New York, darunter Yonkers, New City, Sloatsburg, Larchmont, Mamaroneck, Garnerville und Haverstraw. Das Budget betrug 13 Millionen Dollar, während die Einnahmen an den Kinokassen 12,6 Millionen Dollar erreichten.

„Ben is Back“ erhielt zahlreiche Nominierungen, darunter Julia Roberts als beste Schauspielerin und Lucas Hedges als Schauspieler des Jahres bei den Central Ohio Film Critics Association. Lucas Hedges gewann den Preis für die beste Performance eines Schauspielers unter 23 Jahren bei den Los Angeles Online Film Critics Society Awards. Der Film wurde auch bei den Beijing Film Festival und den CinEuphoria Awards nominiert und erhielt Anerkennung für seine schauspielerischen Leistungen und das Drehbuch.

Inhalt und Handlung vom Film „Ben is Back“

Holly Burns kehrt an Heiligabend von der Kirche zurück und findet ihren Sohn Ben in der Einfahrt. Er war monatelang in der Reha wegen seiner Sucht nach verschreibungspflichtigen Medikamenten und sagt, sein Sponsor habe ihm einen Heimaturlaub empfohlen. Holly freut sich, ihn zu sehen, ist jedoch vorsichtig, da sie nicht will, dass seine Instabilität die anderen Kinder beeinflusst. Sie erlaubt ihm, 24 Stunden zu bleiben, unter der Bedingung, dass er nicht aus ihrem Blickfeld verschwindet.

Während des Weihnachtseinkaufs im Einkaufszentrum trifft Holly auf Bens ehemaligen Arzt, einen alten Mann mit Demenz. Sie macht ihm Vorwürfe, weil er Ben nach einem Snowboard-Unfall Schmerzmittel verschrieben hatte. Ben trifft seinen Kindheitsfreund Spencer, ebenfalls ein Drogenabhängiger. Er erzählt Holly, dass er zu einem Selbsthilfegruppentreffen muss, wo er später die Geschichte teilt, wie er fast an einer Überdosis gestorben wäre, aber von seiner Mutter und dem Familienhund Ponce gerettet wurde.

Holly und Ben suchen verzweifelt nach Ponce

Holly findet Drogen bei Ben, die er angeblich von einem Mädchen beim Treffen erhalten hat. Wütend bringt sie ihn zum Friedhof und fragt ihn, wo er begraben werden möchte. Am Abend kommt die Familie von der Kirche nach Hause und stellt fest, dass jemand eingebrochen und Ponce entführt hat. Ben verlässt das Haus, um ihn zu suchen, und Holly folgt ihm im Auto. In einem nahegelegenen Viertel findet sie Ben, der sich die Schuld gibt, dass jemand versucht, seiner Familie zu schaden. Gemeinsam suchen sie vergeblich nach Ponce.

Beim Essen in einem Diner gesteht Ben Holly, dass er ein örtliches Mädchen, Maggie, in die Drogensucht geführt und damit ihren Tod verursacht hat. Spencer taucht auf und bestätigt, dass Clayton, ein Drogendealer, für die Entführung von Ponce verantwortlich ist. Ben fordert Holly auf, nach Hause zu gehen, aber sie weigert sich. Ben gesteht, dass sein Sponsor ihm geraten hatte, nicht nach Hause zu kommen, und dass die Drogen, die Holly gefunden hatte, in der Dachkammer über dem Zimmer seiner jüngeren Geschwister versteckt waren. Er lässt Holly an einer Tankstelle zurück und trifft sich mit Clayton, um Ponce zurückzubekommen.

Holly wendet sich an Maggies Mutter, die ihr ein Notfallset für Überdosierungen und ihre Autoschlüssel gibt, um Ben zu suchen. Sie findet Spencer und gibt ihm die von Ben beschlagnahmten Drogen im Austausch gegen Informationen über Bens Aufenthaltsort. Ben führt den Auftrag aus und bekommt Ponce zurück, aber Clayton gibt ihm auch Drogen. Er fährt zu einer verlassenen Scheune und lässt Ponce mit einem Zettel im Auto zurück, auf dem steht, dass der Finder seine Mutter anrufen soll. Holly sucht die ganze Nacht nach Ben und erhält schließlich einen Anruf von jemandem, der Ponce gefunden hat. Sie folgt dem Hund zur Scheune und findet Ben bewusstlos vor, nachdem er die Drogen genommen hat. Verzweifelt nutzt sie das Notfallset und versucht, ihn nach der Überdosis wiederzubeleben. Nach einigen Minuten nimmt Ben einen Atemzug.

Filmkritik und Rezension von „Ben is Back“

Ben Is Back“ von Peter Hedges behandelt das komplexe Thema Drogenabhängigkeit mit bemerkenswerter Präzision. Die Suchtszenen wirken so authentisch, dass sie wahrscheinlich auf sorgfältiger Recherche und persönlichen Erfahrungen basieren. Peter Hedges zeigt eindrucksvoll die Zerrissenheit der Charaktere, insbesondere die von Holly Burns, gespielt von Julia Roberts. Ihre Darstellung einer Mutter, die zwischen Hoffnung und Angst schwankt, ist überwältigend. Die ersten Szenen des Films sind intensiv und berührend, wobei die subtile Darstellung der Familienkonflikte beeindruckt. Allerdings bleibt die Handlung trotz der emotionalen Tiefe zunächst ereignisarm.

In der zweiten Hälfte ändert sich das Tempo drastisch. Die Entführung des Familienhundes bringt die Handlung in Bewegung. Holly und Ben suchen verzweifelt nach dem Hund, was sie in die dunklen Ecken ihrer scheinbar idyllischen Nachbarschaft führt. Diese Entwicklung verleiht dem Film eine spannende Dynamik, allerdings auf Kosten der zuvor aufgebauten Subtilität. Einige Szenen wirken klischeehaft, wie der Drogentreff am Fluss, der aus einem 80er-Jahre-Film stammen könnte. Trotz dieser Schwächen bleibt der Film spannend, besonders in den Momenten, in denen Ben sich alten Bekanntschaften stellen muss und Holly zwischen Mut und Angst schwankt.

Der Film enthüllt nach und nach die erschreckende Vergangenheit von Ben, was die emotionale Intensität weiter steigert. Lucas Hedges‘ Darstellung des Ben ist mutig und vielschichtig, er zeigt die inneren Konflikte und die dunklen Abgründe seiner Figur. Julia Roberts überragt jedoch mit ihrer Leistung und erinnert an Sandra Bullocks Oscar-prämierte Rolle in „The Blind Side“, jedoch mit mehr emotionaler Tiefe und Komplexität. Ihre Begegnung mit Bens ehemaligem Arzt ist ein Höhepunkt des Film, der die Zuschauer tief bewegt. Trotz starker Konkurrenz hätte Roberts für ihre herausragende Leistung eine Oscar-Nominierung verdient.

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