Der rote Punkt

Der Film „Der rote Punkt“ basiert auf der wahren Begebenheit der Familie Tsuda aus Japan. Am 4. Oktober 1987 wurde der Vater, die Mutter und deren gemeinsame Tochter bei einem sogenannten Unfall mit Fahrerflucht auf der Bundesstrasse 17 getötet. Diese Strasse befindet sich in der Nähe von dem im Film erwähnten Ort, welcher mit dem roten Punkt auf der Karte gekennzeichnet wurde. Nur der kleine Sohn überlebte diesen schrecklichen Unfall. Dem Unfallverursacher konnte leider nie der Prozess gemacht werden, da ihn die Polizei nie identifizieren konnte.

Dauer: 82 Min.
Jahr:
Regie: Marie Miyayama
Produzenten: Martin Blankemeyer, Miyako Sonoki
Hauptdarsteller: Yuki Inomata, Hans Kremer, Orlando Klaus
Nebendarsteller: Imke Büchel, Zora Thiessen
Genre: Drama
Studio: AV Visionen GmbH
Sprachen: Deutsch

Der kleine Junge wurde nach dem Tod seiner Familie von japanischen Verwandten aufgenommen und großgezogen. Direkt bei der Unfallstelle befindet sich tatsächlich ein Gedenkstein, welcher an die tödlich verunglückte Familie erinnern soll. Bei dem im Film gezeigten Gedenkstein handelt es sich jedoch nicht um das echte Exemplar. Der Text auf dem Stein wurde aber originalgetreu Wort für Wort zitiert, wiederum wurden die Daten und die Namen verändert.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Der deutsch-japanische Film „Der Rote Punkt“ von Regisseurin Marie Miyayama erschien 2009 in Deutschland und wurde in Bad Wörishofen, Bavaria gedreht. Der Film erzählt die Geschichte der jungen japanischen Studentin Aki Onodera, gespielt von Yuki Inomata, die auf der Suche nach den Spuren des Unfalltods ihrer Eltern in Deutschland ist.

Unterstützt von der Filmhochschule München und den Produktionsfirmen Chase Film Co. und FGV Schmidle GmbH, erhielt der Film mehrere Auszeichnungen, darunter den Wilhelm Dieterle-Filmpreis der Stadt Ludwigshafen am Rhein, die Goldene Heidi für den besten Spielfilm bei der Filmschau der HFF München und den Publikumspreis beim 5. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein. Zudem wurden Oliver Sachs, Helmut Sinz und Marie Miyayama mit dem Förderpreis Deutscher Film bei den 42. Hofer Filmtagen ausgezeichnet.

In der Besetzung spielten auch Hans Kremer als Johannes Weber und Orlando Klaus als Elias Weber wichtige Rollen. Die Musik im Film wurde von Helmut Sinz komponiert, während Marie Miyayama den Schnitt leitete und Oliver Sachs die Kameraarbeit übernahm. Insgesamt besticht der Film durch seine einfühlsame Darstellung, die außergewöhnliche Besetzung und das intensive Spiel der Schauspieler, sowie durch eine mitreißende Handlung, die das Publikum in ihren Bann zieht. „Der Rote Punkt“ hat eine Laufzeit von 82 Minuten und erhielt eine Freigabe ohne Altersbeschränkung (FSK 0).

Inhalt und Handlung vom Film „Der rote Punkt“

Die 24-jährige Japanerin Aki Onodera (Yuki Inomata) lebt in Tokio und befindet sich kurz vor dem Ende ihres Studiums. Sie möchte sich danach voll und ganz auf die Jobsuche konzentrieren und mit ihrem Freund zusammen eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Jedoch wird sie in der Nacht von schrecklichen Träumen heimgesucht, welche sie vollkommen aus der Bahn werfen. Bei diesen Träumen handelt es sich um ein schicksalhaftes Ereignis aus ihrer frühsten Kindheit, bei welchem eine Autofahrt auf tragische Art und Weise endete.

Um ihrer vergessenen Vergangenheit wieder auf die Sprünge zu helfen, begibt sich Aki in das Haus ihrer Pflegeeltern, um auf Spurensuche zu gehen. Sie findet schließlich in einer Abstellkammer einen verschlossenen Karton, welcher wohl schon vor einer längeren Zeit dort platziert wurde. Darin findet sie einen alten Fotoapparat und einen vergilbten Umschlag. Als sie den Fotoapparat genauer unter die Lupe nimmt, bemerkt sie, dass sich darin ein noch nicht entwickelter Film befindet. Außerdem findet sie noch einen Brief und eine Landkarte, auf welcher ein roter Punkt an einer gewissen Stelle markiert wurde.

Geweckte Neugier

Aki fragt sich deshalb insgeheim, ob der unentwickelte Film und der rote Punkt auf der Landkarte die Lösung auf alle ihre unbeantworteten Fragen ist. Sie lässt kurz darauf den Film entwickeln und die alten Familienbilder wecken ihre Neugier. Die junge Japanerin begibt sich darauf trotz der Intervention ihrer Pflegeeltern und ihres Freundes auf die lange Reise nach Deutschland, um sich auf die Suche zu machen. Sie möchte den geheimnisvollen Ort finden, welcher als roter Punkt auf der alten Landkarte eingezeichnet wurde.

Aki steigt schließlich im ländlichen Aufkirch im Ostallgäu ab, wo sie sich auf den Weg zur nächsten Polizeistelle macht. Dort angekommen trifft Aki auf den 18-jährigen Elias Weber (Orlando Klaus), der gerade von der Polizei wegen eines Raserdelikts mit seinem Motorrad vernommen wird. Ein wenig später erscheint sein Vater Johannes Weber (Hans Kremer) auf der Wache, um seinen Sohn wieder nach Hause zu bringen. Die Polizei bittet ihn darauf, Aki mitzunehmen, da ihr Reiseziel praktisch einen Steinwurf vom Haus der Webers entfernt liegt.

Auf Akis Wunsch hin setzen die beiden die Japanerin an einem abgelegenen Waldrand ab und fahren anschließend weiter. Gleich nach dem Abendessen fährt Elias zusammen mit seiner Schwester los, um sein Motorrad abzuholen. Auf dem Weg dorthin bemerken die Geschwister, dass die völlig durchnässte Aki vom Regen überrascht wurde und verzweifelt nach einer Schlafgelegenheit sucht. Elias und seine Schwester nehmen die entkräftete Japanerin darauf in die Stadt mit, damit sie die Nacht in einem Hotelzimmer verbringen kann. Doch leider findet sich kein freies Zimmer mehr für Aki, worauf die beiden Geschwister beschließen, der erschöpften jungen Frau ein Gästezimmer im Haus der Familie Weber anzubieten.

Auf der Suche nach einem geheimnisvollen Ort

Gleich am nächsten Tag beschließt der motivierte Elias, Aki bei ihrer Suche nach dem geheimnisvollen Ort tatkräftig zu unterstützen. Trotz aller anfänglicher Verständigungsprobleme mit Aki erfährt er schließlich, dass es an diesem besagten Ort einen Gedenkstein geben soll, welcher damals vor 18 Jahren für Aki’s biologische Eltern aufgestellt wurde. Weiter erfährt er, dass ihre Eltern auf tragische Art und Weise genau an diesem Ort bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben gekommen sind. Später am Abend kommt es im Haus der Webers zwischen Vater und Sohn zu einem lautstarken Streit, wo dem Vater plötzlich in der Hitze des Gefechts die Hand ausrutscht.

Nachdem Elias nach der Ohrfeige fluchtartig das Haus verlässt, folgt der reuige Vater seinem Sohn. Es wird nun immer deutlicher, dass Akis Anwesenheit unwillkürliche Spannungen innerhalb der Familie Weber auslöst, was aber überhaupt nicht ihre Absicht ist. Diese Spannungen sind auf ein bisher unbekanntes Geheimnis innerhalb der Familie zurückzuführen, welches nun immer mehr ans Tageslicht kommt. Als Aki endlich an dem gesuchten Ort ankommt, ist jedes der Familienmitglieder gezwungen, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, um einen Neuanfang starten zu können.

Filmkritik und Rezension von „Der rote Punkt“

Marie Miyayamas Abschlussfilm an der Münchner Filmhochschule (HFF), „Der rote Punkt„, besticht durch eine großartige Hauptdarstellerin, eine interessante Kamera und eine gute Ausgangsidee. Die Handlung dreht sich um die japanische Studentin Aki, die auf der Suche nach den Spuren des Unfalltods ihrer Eltern vor 18 Jahren in Deutschland ist. Obwohl ihr die Adop­ti­veltern und ihr Freund davon abraten, macht sie sich alleine auf die Reise und trifft auf Menschen, die anscheinend mit den dunklen Geheimnissen der Vergangenheit zu tun haben.

Aki findet schließlich den Gedenkstein ihrer Eltern und gerät in einen Familienkonflikt zwischen Vater und Sohn, der mehr zu bieten hat als nur aktuelle Missverständnisse. Der Film beleuchtet auf eindrucksvolle Weise das Erwachsenwerden, Schuld und Vergebung sowie die Magie der Orte, die unser Leben beeinflussen. „Der Rote Punkt“ ist ein intensiver und bewegender Film, der mit starken Bildern und einer außergewöhnlichen Darstellerin überzeugt.

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