Jane

Der Film „Jane“ ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2017 und handelt über die Primatenforscherin Jane Goodall, die immer Langzeitstudien durchführt. Eine dieser Studien geht um die Schimpansen in Tansania. Jane entdeckt dabei, dass Schimpansen intelligente und sehr soziale Tiere sind, die den Menschen ähneln. Es wird teilweise Filmmaterial aus den 60er Jahren gezeigt. Die Anfänge Janes Karriere werden vorgestellt. Besonders schön sind die intimen Familienvideos und die exklusiven Interviews mit dieser faszinierenden Frau.

Dauer: 90 Min.
Jahr:
Regie: Brett Morgen
Produzenten: Brett Morgen, Bryan Burk, Tony Gerber
Hauptdarsteller: Jane Goodall
Genre: Dokumentation
Studio: National Geographic Studios
Sprachen: English, Deutsch

Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Die Dokumentation „Jane“ wurde unter der Regie von Brett Morgen gedreht. Das dazugehörige Drehbuch wurde ebenfalls von Brett Morgan geschrieben. Produziert wurde der Film in den National Geographic Studios und Public Road Productions von Brett Morgen, Tony Gerber, James Smith und Bryan Burk. Jane spielt sich selbst und beantwortet innerhalb des Films viele Fragen über das Leben der Schimpansen. Um die Kamera und den Schnitt sorgten Ellan Kuras und Joe Beshenkovsky, während sich Philip Glas um die musikalische Untermalung gekümmert hat. Herausgebracht wurde der Film von Abramorama am 10.September 2017. Die Doku wurde zu diesem Zeitpunkt das erste Mal auf dem Toronto International Film Festival im Winter Garten Theater gezeigt. Insgesamt geht der Film 90 Minuten lang und kostete 1,8 Millionen Dollar.

Handlung & Story vom Film „Jane“

Jane Goodall ist eine junge und ungeschulte Frau, die mit ihrer Schimpansenforschung den männlich dominierten wissenschaftlichen Konsens ihrer Zeit herausfordert und revolutioniert das Verständnis der Menschen von der Natur. Jane lebt ihren Traum. Jane Goodall sagt selbst, dass ihre Beine zu ihrem Erfolg beigetragen hätten. Sie wurde für ihre Studien so berühmt, dass sie sogar auf den Covers von National Geographic erschien. Alle ihre Versuche werden regelmäßig unterlaufen, unterminiert und schlecht geredet, weil die männlichen Wissenschaftler es satt haben, dass sie so viel Ahnung von Schimpansen hat.

 

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Dieser Teil der Dokumentation ist wohl am spannendsten. Es werden über hundert Stunden mit unveröffentlichem Filmmaterial gezeigt, die von der Arbeit dieser wundervollen Frau erzählt. Der Film entwickelt hier eine Stoßrichtung, die überhaupt nicht von dem Archivmaterial eingegrenzt wird. Es geht nicht nur um die gute Filmarbeit, die Jane geleistet hat, sondern vor allem um ihre Rezeption. Durch ihre Beobachtungen hat sie nämlich herausgefunden, dass Menschen nicht die einzigen sind, die Werkzeuge benutzen, sondern, dass das Schimpansen genauso tun. Das war der Grund, warum Jane den Schimpansen Namen gab. Sie wollte nämlich einen persönlichen Zugang zu den Tieren haben. Damals wurde Jane als unprofessionell bezeichnet. Heute wird ihre Arbeit sehr geschätzt.

Fazit und Kritiken zum Film „Jane“

Brett Morgen setzt zu wenige eigene Akzente. Er zeigt viel lieber Bilder und Naturaufnahmen von Jane, die sich am Wasser befindet, auf einen Baum klettern oder etwas notiert. All diese Aufnahmen werfen Fragen auf. Woher hat Brett Morgen all diese Aufnahmen. Die Off-Kommentare von Jane und die zwischengeschalteten Fragen können verwirren, denn es ist allen klar, dass sie damals nicht in Tansania alleine gewesen sein konnte. Schließlich musste sie jemand bei der Arbeit filmen. Hier könnte man meinen, dass jemand aus der heutigen Zeit sie gefilmt haben könnte, was nicht möglich ist. Das Verhältnis zu Janes Leuten wird nicht thematisiert.

Was schön und präzise beleuchtet wird, ist die Tatsache, dass Frauen damals keine gro0en Träume haben durften. Vor allem das Mutter-Thema ist sehr groß und hätte ruhig größer gestaltet werden können. Gegen Ende der der Dokumentation wird dann endlich erklärt, wer die Aufnahmen eigentlich gemacht hat. Hugo von Lawick war ein Filmemacher von National Geographic und hat mit Jane in Tansania gearbeitet. Natürlich erwartet man auch einen gewissen Fokus von Hugo, der jedoch nur kurz erwähnt wird. Hugo heiratete Jane 1964, sodass Jane mehr oder weniger seine Begleiterin darstellen sollte, obwohl sich hier die Frage stellt, wer in Wirklichkeit wen begleitet. Jane hat einen Sohn, der tadellos gut über sie denkt. Ihre Methoden, Arbeit oder Entscheidungen werden von ihrer Familie nie kritisiert oder hinterfragt.

 

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Gegen Ende wird die Dokumentation wuchtig und einfühlsam aufgrund des Minimalismus, der eingeführt wird, da sich immer wieder ähnliche Bilder zeigen. Leider gibt es dennoch zu wenig Emotionalität, sowie auch Reflexion. Es fehlt etwas der Zugang zum Thema. Es hätte erwähnt werden können, was für eine bemerkenswerte Frau Jane ist, die sich der Wissenschaft widersetzt hat und nie aufgehört hat, an ihre Träume zu glauben. Eine solide, aber nicht sehr gute Leistung.

Trotzdem erhielt der Film „Jane“ Philadelphia Film Festival Award, den 2nd Critics Choice Documentary Award, den 8th Hollywood Music in Media Award, den 31st Leeds International Film Festival Award und den 43rd Los Angeles Film Critics Association Award. Es gab noch zahlreiche weitere Auszeichnungen und Nominierungen, die im einzelnen nicht alle aufgelistet werden können. Von insgesamt zehn Punkten erhielt der Film auf Rotten Tomatoes 8.4 Punkte von zehn, was eine ordentliche Leistung ist. Den Zuschauern hat die Dokumentation sehr gut gefallen und das ist genau das, worauf es ankommt, da Filme von der Begeisterung der Zuschauer leben.

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