Zeiten des Umbruchs

Zeiten des Umbruchs“ von James Gray spielt im Jahr 1980 in Queens, New York. Der junge Paul Graff, ein jüdisch-amerikanischer Junge, beginnt sein sechstes Schuljahr und freundet sich mit Johnny Davis an, einem rebellischen afroamerikanischen Mitschüler. Beide erleben die Strenge ihrer Schule auf unterschiedliche Weise. Während Paul lieber zeichnet, kämpft Johnny mit dem harten Schulalltag. Die Freundschaft der beiden Jungen wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als sie zusammen in Schwierigkeiten geraten.

Dauer: 115 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: James Gray
Produzenten: Anthony Katagas, Marc Butan, Rodrigo Teixeira
Hauptdarsteller: Anne Hathaway, Jeremy Strong, Anthony Hopkins
Nebendarsteller: Banks Repeta, Jaylin Webb, John Diehl
Genre: Drama
Studio: Focus Features
Sprachen: Deutsch, English

Paul lebt mit seiner finanziell stabilen Familie und hat eine enge Beziehung zu seinem Großvater Aaron. Dieser unterstützt Pauls Traum, Künstler zu werden, während seine Eltern skeptisch sind. Die politische und gesellschaftliche Stimmung in Amerika verändert sich mit der Wahl Ronald Reagans, was auch das Leben von Paul und Johnny beeinflusst. Grays Film stellt die Frage, wie viel von den Versprechen des amerikanischen Traums in dieser Zeit tatsächlich erreichbar war. Werden Paul und Johnny trotz aller Hindernisse ihre Träume verwirklichen können?

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Zeiten des Umbruchs“ ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2022, inszeniert von James Gray. Die Hauptrollen übernahmen Anne Hathaway als Esther Graff, Anthony Hopkins als Aaron Graff, Jeremy Strong als Irving Graff und Michael Banks Repeta als Paul Graff. In weiteren Rollen spielen Jaylin Webb (Johnny), Ryan Sell (Ted Graff), Dane West (Topper Lowell) und Tovah Feldshuh (Mickey Graff). Der Film, ein Drama mit einer Länge von 115 Minuten, erhielt eine Altersfreigabe von FSK 12.

Die Dreharbeiten begannen im Oktober 2021 in New Jersey und endeten im Dezember desselben Jahres. Der Film feierte seine Premiere am 19. Mai 2022 beim Filmfestival von Cannes und kam am 24. November 2022 in die deutschen Kinos. „Zeiten des Umbruchs“ wurde für zahlreiche internationale Preise nominiert, darunter die Artios Awards, Critics’ Choice Movie Awards und die Goldene Palme beim Filmfestival von Cannes. Gewinnen konnte der Film unter anderem bei den National Board of Review Awards und beim Santa Barbara International Film Festival.

In der Kategorie Bestes Drehbuch war James Gray bei den Gotham Awards und National Society of Film Critics Awards nominiert. Der Film, der weltweit insgesamt 6,5 Millionen Dollar einspielte, konnte sich jedoch trotz gemischter Kritiken und herausfordernder Marktbedingungen behaupten. Produktionsverantwortlich waren neben James Gray auch Anthony Katagas, Rodrigo Teixeira und Alan Terpins, während Darius Khondji für die Kamera und Scott Morris für den Schnitt zuständig waren.

Inhalt und Handlung vom Film „Zeiten des Umbruchs“

Paul Graff, ein jüdisch-amerikanischer Junge, beginnt im Jahr 1980 sein sechstes Schuljahr in Queens, New York City. Am ersten Schultag freundet er sich mit Johnny Davis an, einem rebellischen afroamerikanischen Mitschüler, der wegen seines Verhaltens im Unterricht zurückgestuft wurde. Die beiden werden wegen ihrer Streiche vom Lehrer unterschiedlich streng behandelt. Paul zeichnet lieber Bilder, statt sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Er lebt mit seiner finanziell stabilen Familie zusammen und hat eine enge Beziehung zu seinem Großvater Aaron Rabinowitz, der ihn ermutigt, seinen Traum Künstler zu werden, zu verfolgen. Seine Eltern Esther und Irving sind wohlmeinend, aber streng und zweifeln an Pauls Zukunft als Künstler. Aaron erzählt Paul abends oft von seiner eigenen Geschichte, wie er und seine Mutter aus der antisemitischen Verfolgung in der Ukraine nach London und später in die USA flohen.

Eines Tages werden Paul und Johnny beim Rauchen eines Joints in der Schultoilette erwischt. Esther erlaubt Irving, Paul als Strafe zu schlagen. Um Disziplin zu fördern, schicken die Eltern Paul auf die Forest Manor Prep Privatschule, wo sein älterer Bruder Ted bereits studiert. Johnny, der in eine Sonderschulklasse versetzt wurde, besucht die Schule nicht mehr. Forest Manor wird finanziell von Fred Trump unterstützt, der auch Ronald Reagan bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl unterstützt. Viele Schüler sind ebenfalls Reagan-Anhänger. Am ersten Schultag hält Freds Tochter Maryanne eine Rede über den Wert harter Arbeit. Paul erkennt die Vorteile der neuen Schule, fühlt sich aber nicht willkommen.

Paul an der neuen Schule

Er ist beunruhigt über die rassistischen Kommentare der Mitschüler, wenn Johnny ihn in der Pause besucht. Johnny versteckt sich heimlich in Pauls Clubhaus, da er keinen anderen Ort hat und die Pflegekräfte regelmäßig bei seiner kranken Großmutter nach ihm suchen. Am Wochenende erzählt Paul seinem Großvater Aaron von seinen Schwierigkeiten in der Schule und seiner Untätigkeit bei rassistischen Vorfällen. Aaron ermutigt Paul, gegen Vorurteile einzutreten und erinnert ihn daran, dass trotz des verdeckten Antisemitismus seine Familie das Privileg hat, weiß zu sein. Kurz darauf stirbt Aaron an Knochenkrebs, und die Familie trauert um ihren Verlust.

Erschöpft von den hohen Erwartungen und der ungerechten Behandlung von Johnny, überredet Paul Johnny, einen Computer aus der Schule zu stehlen, um ihn zu verkaufen und gemeinsam wegzulaufen. Nach dem Diebstahl werden die beiden beim Versuch, den Computer zu verpfänden, verhaftet. Bei der Vernehmung gesteht Paul, dass der Plan von ihm stammt. Johnny übernimmt jedoch die Schuld, um Paul zu schützen, da er keine anderen Möglichkeiten im Leben sieht. Paul und Johnny verabschieden sich, als Irving ihn ohne Konsequenzen nach Hause bringt, weil er dem Vernehmungsbeamten einmal einen Gefallen getan hatte.

Zu Hause gesteht Irving Paul, dass er sein Frust über die ungerechte Rassenungleichheit in Amerika versteht, aber betont, dass sie überleben müssen, um ein gutes Leben zu führen. Beide vereinbaren, Esther nichts von dem Vorfall zu erzählen, da sie noch um ihren Vater trauert. Tage später ist die Familie Graff enttäuscht von Reagans Wahlsieg, während Paul sich auf seine Schulaufgaben konzentriert. Bei einem Thanksgiving-Tanz in der Schule hält Fred Trump eine Rede und hofft, dass die Schüler die nächste erfolgreiche Elite werden. Paul verlässt desillusioniert während der Rede die Veranstaltung.

Filmkritik und Rezension von „Zeiten des Umbruchs“

Zeiten des Umbruchs“ von James Gray spielt im Spätsommer 1980 in Queens, New York. Der Film zeigt den Beginn des Reagan-Jahrzehnts, das tiefgreifende Veränderungen in Amerika und besonders in New York brachte. Grays persönlichster Film startet unscheinbar, fast banal, indem er das scheinbar heile Familienleben der Graffs darstellt. Diese Normalität steht im Kontrast zur bevorstehenden politischen und sozialen Umwälzung, die der konservative Aufstieg Ronald Reagans mit sich bringt. Die Handlung fängt die komplizierten Familienverhältnisse und die gesellschaftlichen Spannungen dieser Zeit präzise ein.

Gray kehrt in „Zeiten des Umbruchs“ nach New York zurück, um die Geschichten von Einwanderern zu erzählen, die versuchen, ihren amerikanischen Traum zu leben. Der autobiographische Charakter des Films wird deutlich durch die Parallelen zu Grays eigener Kindheit. Der junge Protagonist Paul Graff, der davon träumt, Künstler zu werden, spiegelt Grays eigene Erfahrungen wider. Die Strukturen der Schule und die sozialen Barrieren wirken sich jedoch hemmend auf Pauls und Johnnys Träume aus. Pauls Freund Johnny, der keine Unterstützung hat, erkennt früh, dass er in dieser Welt keine Chancen hat.

Gray zeigt präzise die soziale Realität Amerikas und eine Freundschaft, die keine Zukunft hat. „Zeiten des Umbruchs“ enthüllt Vorurteile, die Generationen überdauern. Der Film beginnt langsam und beschreibt ausgiebig die Familienverhältnisse, bevor er die harte Wahrheit enthüllt: Amerika ist nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern ein Ort, an dem Beziehungen und Skrupellosigkeit den Erfolg bestimmen. Diese ernüchternde Erkenntnis eines elfjährigen Jungen verleiht dem Film eine besonders bittere Note.

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