filmPOLSKA – das polnische Filmfestival

filmPOLSKA - das polnische FilmfestivalDie „filmPOLSKA“ ist das größte polnische Filmfestival, dass es in Deutschland gibt und dieses wird vom Polnischen Institut in Berlin jährlich veranstaltet. Von 2006 bis ins Jahr 2020 zeigte das „filmPOLSKA“ in verschiedenen Kinos von Berlin und Brandenburg fast 1.600 Filme. Über 300 Filmemacher waren dazu bei diesem Festival zu Gast. Das polnische Kino kann für Fans sehr schön sein und all das bieten, was bei uns oftmals fehlt: Filme, die fantasievoll und mutig sind, kraftvoll, herausfordernd und apodiktisch.
 
Wahrhaftige Filmperlen lassen sich stets auf dem polnischen Filmfestival filmPOLSKA erleben, welches jedes Jahr in Berlin stattfindet und einen optimalen Einblick auf die aktuelle Filmproduktion des Landes Polen bietet. Hierbei fällt einerseits das breite Spektrum gesellschaftlicher und politischer Themen auf andererseits zugleich die verschiedenen stilistischen Formen. Sehr sympathisch sind die kleinen Produktionen von jungen Filmemachern. Diese vereint, dass sie wirklich sehr viel zu berichten haben, auch wenn einige Metaphern zeitweilig schwer zu entschlüsseln sind.

Das Festival richtet seinen Blick stets auf das Filmland Polen und kann zugleich mit vielen Side-Events eine schöpferische Plattform für den rituellen Austausch zwischen Kinofans und Filmschaffenden bieten. Den Gästen vermittelt es vor allem einen Eindruck des gegenwärtigen polnischen Films. Hier gibt es Werke, welche sonst nirgendwo in Deutschland zu erleben sind. Diese können die Gäste auf der großen Leinwand erleben.

Die Inhalte des Festivals filmPOLSKA

Mit dem „filmPOLSKA-Ehrenpreis“ für besondere Erfolge rund um die polnischen Filme wurden bislang unter anderem das Filmfestival goEast, Knut Elstermann, Jan Schulz-Ojala, Erika und Urlich Gregor, Artur Brauner, Margareta Wach, das Neiße Filmfestival, das Branchen-Event „Coco Spezial“ und das Nipkow-Programm ausgezeichnet.

Neben gegenwärtigen Größen des polnischen Dokumentar- und Spielfilms präsentiert die filmPOLSKA jedes Jahr die Historie des polnischen Kinos in Erinnerungen und Werkschauen. Im Wettbewerb gilt das Augenmerk den kinematografischen Nachkommen, welcher die Zeichen der künstlerischen Anarchie setzt. Die filmische Zukunft betonen ebenfalls die polnischen Schmieden für Talente –die Filmhochschulen in Katowice und Łódź sowie die Andrzej Wajda Master School of Film Directing sind mit den Kurzfilmen ebenfalls auf der filmPOLSKA zu Gast. Selbst unabhängige Filmemacher haben bei diesem Festival ein Zuhause, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Initiative „Filmowe Podlasie Atakuje!

Von besonderer Bedeutung auf der filmPOLSKA ist der polnische Dokumentarfilm. Dieser bietet ausreichend Platz für gesellschaftliche Verhandlungen, sowie nationale und persönliche Exerzitien und feiert daher seit Jahrzehnten auf dem Festival internationale Erfolge.

Das Festival wird zudem jedes Jahr von einem speziellen Programm zur Kamerakunst, Workshops sowie von verschiedenen Ausstellungen und Konzerten untermauert. Das filmPOLSKA Festival wird vom Polnischen Institut Berlin mit der Unterstützung vom Bundesministerium für Kultur, Nationales Erbe und Sport des Landes Polen, vom Mokry Nos Psa in Zusammenarbeit mit der Topographie des Terrors, vom Adam-Mickiewicz-Institut und dem Deutschen Historischen Museum organisiert. Die Partner des Festivals sind Indiekino Berlin, Cinematic Berlin und COSMO. Die filmPOLSKA steht unter dem Einflussbereich des Medienboard Berlin-Brandenburg.

Das Programm des Filmfestivals vom 25.08 – 01.09.2021

Die diesjährige filmPOLSKA ist für alle Gäste eine besondere Freude, denn das Festival feiert den 16. Geburtstag und schaut frech und mutig der kommenden Zeit entgegen. Wie bereits in den letzten Jahren ist filmPOLSKA der Ort der Begegnung mit dem polnischen Kino. In insgesamt 14 Open-Air-Locations und Kinos zeigen die Veranstalter ein „Best of“ der polnischen Kunst des Films.

 

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Im Wettbewerb – dem Kern des Festivals – sind sieben gegenwärtige Produktionen zu sehen, welche sich mit um Alltagsthemen beschäftigen und die Zuschauer mit den großen und kleinen Ängsten und Wünschen des Lebens konfrontieren. Es geht dabei vor allem um Liebe, um Herausforderungen des Alltags sowie die Begegnung mit einer völlig fremden Welt. Die Regisseure überzeugen hier trotz des jungen Alters alle mit einem sehr guten Handwerk, sowie einer hohen Sensibilität, mit welcher sie die Glücksmomente und Bühnenstücke des Lebens begeistert erzählen. Das Program rund um den Spielfilm runden Spezialvorführungen mit den aktuellen Produktionen gestandener Regissuere wie Małgorzata Szumowska, Jolanta Dylewska oder Agnieszka Holland, ab.

Programm des Filmfestival filmPOLSKADie filmPOLSKA gewährt in jedem Jahr zugleich einen Blick auf die schönsten Bilder der Kino-Geschichte und somit auf die polnische Geschichte. In diesem Jahr gehörte die Leinwand dem Film von Wojciech Jerzy Has, welcher als Meister der Bildsprache gilt. Seine Erzählungen sind meistens Grenzerfahrungen und führen den Zuschauer in traumhafte Landschaften der napoleonischen Wirren des Krieges in Spanien oder den zauberischen Realismus der Prosa des Autors Bruno Schulz. Has‘ Werk ist ein wahres Fest für das Auge des Zuschauers, sowie eine aufregende Reise durch die Geheimnisse des Schicksals der Menschen.

Die filmPOLSKA ist nicht nur ein spezifisches Erlebnis in einem dunklen Raum, sondern lädt unter anderem mit Konzerten und Ausstellungen sowie verschiedenen Projekten zum unvergesslichen Dialog und Austausch mitten im Kulturleben von Berlin ein.

Es wurden 7 Filme auf der filmPOLSKA gezeigt

Insgesamt sieben Filme wetteiferten dieses Jahr auf der filmPOLSKA, darunter sind zwei Coming-Of-Age-Erzählungen. Hierbei widmet Piotr Domalewski sich mit dem in Cottbus mit dem Hauptpreis geehrten “Jak najdalej stąd / I Never Cry” den misslichen Lebensbedingungen der Arbeitsmigranten aus Polen in England mit Ken Loach-Anklängen. Tomasz Jurkiewicz erzählt in dem Debüt “Każdy ma swoje lato / Everyone Has A Summer” als Film der Genereationen von der ersten großen Sehnsucht nach Liebe.

 

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Der Film “Sweat” zeigt dagegen den Alltag der Influencerin und Fitness-Trainerin Sylwia, welche von Magdalena Koleśnik gespielt wird und wirft einen wenig glamourösen Blick hinter die Kulissen optimal inszenierter Online-Persönlichkeiten. Um die Kombination von Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart geht es in Mariusz Wilczyńskis düsterem und zugleich ambitioniertem Animationsfilm “Zabij to i wyjedź z tego miasta / Kill It And Leave This Town“, an welchem der Regisseur insgesamt 14 Jahre lang arbeitete. Der erste lange Film dieses Regisseurs feierte im Jahre 2020 in der Gattung Encounters der Berlinale eine wahre Premiere.

Das inszenierte Drama von Grzegorz Zaricznys Charakteren “Proste rzeczy / Simple Things” auf wahren Begebenheiten und mit “realen” Charakteren berichtet von der Schwierigkeit, einen neuen Start auf dem Lande zu wagen, wenn die Vergangenheit der Familie die Menschen nicht loslässt.

Authentisch wird es mit Eliza Kubarskas erregend fotografiertem “Ściana cieni / Die Wand der Schatten“, welcher das Bezugsverhältnis von Sherpas und Alpinisten zum Anstoß nimmt, über die Grenzen des Fremdenverkehrs und Ungleichgewichte der Macht nachzudenken.

Der Wettbewerb ist das Herz der filmPOLSKA

Das Herz des Filmfestivals ist außer einer Reihe an Kurzfilmen, einer Retrospektive vor allem der Wettbewerb. Hier gibt es aristokratische Beiträge. Darunter sind zum Beispiel „Sweat“ von Magnus von Horn. Dieser Film verfolgt in einem beweisenden Stil drei Tage im Leben der Fitness-Influencerin Sylwia.

 

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Das Leben der Frau ist allerdings lang nicht so perfekt und schön wie ihre Posts und Auftritte vermuten lassen. Für die ununterbrochene Selbstoptimierung und Selbstinszenierung bezahlt diese einen recht hohen Preis. Sylwia ist besonders einsam und außer ihrem Hund ist niemand in ihrem eigentlichen Life. Diesem Film gelingt einen guten atmosphärischen Ausgleich zwischen unsagbarer Traurigkeit und sehr viel Lebensfreude und was vor allem an Magdalena Koleśnik liegt, welche diese Hauptfigur so spielt, dass der Zuschauer glaubt, sie ist Sylwia! Dazu kommt die durchgreifende Einfühlsamkeit des Regisseurs für die Figuren und jene in jeder Hinsicht hervorstechende Machart in Bezug auf Montage und Kamera.

Der Wettbewerb ist das Herz der filmPOLSKAEin umwerfendes Debüt liefert ebenfalls Zofia Stafiej im Film I Never Cry von Piotr Domalewski. Seit Sandrine Bonnaires Film Vogelfrei gab es nicht mehr eine solch berührende Frau, welche ohne Kompromisser „ihre Sache durchzieht“. Diese spielt Ola, welche den Leichnam des eigenen Vaters aus der Stadt Dublin nach Polen überführen muss. Dieser kam bei einem Werftunfall ums Leben und war zugleich nicht versichert. Bei dem Irrweg von Polen nach Irland und wieder zurück, geht es immer um das fehlende Geld und zugleich um das doppelwertige Verhältnis Olas zum Vater, welchen sie niemals richtig kennenlernen durfte.

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