Die Affäre der Sunny von B.

Die Affäre der Sunny von B.“ ist ein amerikanisches Drama aus dem Jahre 1990, dessen Handlung auf dem gleichnamigen biografischen Roman beruht, geschrieben von Alan M. Dershowitz. Der Autor ist der Verteidiger von Claus von Bülow, der wegen Mordes an seiner Ehefrau Sunny vor Gericht steht.

Dauer: 111 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Barbet Schroeder
Produzenten: Edward R. Pressman, Oliver Stone
Hauptdarsteller: Glenn Close, Jeremy Irons, Ron Silvers
Nebendarsteller: Fisher Stevens, Jack Gilpin, Christine Baranski
Genre: Drama
Studio: MGM
Sprachen: Englisch, Deutsch

Es wurden dreizehn Filmpreisen erreicht und sechzehn Nominierungen. Am 12. September 1990 fand die Weltpremiere auf dem Filmfestival in Toronto statt. Erst im Jahre 2003 wurde erneut die DVD auf dem Markt geschmissen. Nur in den Vereinigten Staaten beliefen sich die Einspielergebnisse auf 15,4 Millionen US-Dollar.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Regisseur Barbet Schroeder, geboren 1941 im Iran – Teheran, ist ein französischer Filmproduzent, Drehbuchautor, Filmregisseur und Schauspieler. Für „Die Affäre der Sunny von B.“ ließ der allerdings das Drehbuch von Nicholas Kazan schreiben. Mit dem Ergebnis, dass eine Altersfreigabe ab dem 12. Lebensjahr entstand, und eine Filmlänge von 112 Minuten.

Edward R. Pressman und Oliver Stone arbeiteten in der Produktion, sodass der Film in Newport (Rhode Island) und New York gedreht wurde. Die Kostüme stammen von der mehrfach ausgezeichneten amerikanischen Kostümbildnerin Judianna Makovsky.

Kameramann Luciano Tovoli filmte Glenn Close in der Rolle von Sunny von Bülow und Jeremy Irons in der Hauptrolle als Claus von Bülow. Mithilfe von Lee Percy wurden die Szenen später geschnitten und die Musik stammt von Mark Isham.

Weitere Nebenrollen gingen an: Ron Silver, Annabella Sciorra, Uta Hagen, Fisher Stevens, Jack Gilpin, Christine Baranski, Stephen Mailer, Christine Dunford, Felicity Huffman, Mano Singh und LisaGay Hamilton.

Inhalt und Handlung vom Film „Die Affäre der Sunny von B.“

Erzählebene – Rückblende: Größtenteils spielt die Geschichte aus Sicht der komatösen Sunny von Bülow, die im Krankenhaus liegt.

Claus ist ein dänischer Adeliger und hat eine Affäre mit der reichen Sunny. Kurz darauf heiraten die beiden, allerdings kennen Claus und Sunny sich nicht wirklich. Womit die Ehe schnell in eine Krise rutscht. Seine Frau ist nicht die einzige Dame im Leben von Claus. Nebenbei unterhält er eine Affäre mit einer gesellschaftlich hochgestellten Dame und trifft sich regelmäßig mit Prostituierten.

Jedoch ist Sunny auch nicht ohne. Allein zurückgelassen konsumiert sie regelmäßig zu viel Alkohol und Drogen. Nach kurzer Zeit artet ihr Leben so aus, dass Sunny aufgrund ihres Genusses ins Koma wandert. Jedoch erwacht sie kurze Zeit später. Doch eines Tages wird Sunny wieder einmal so aufgefunden, aber sie erwacht nicht mehr aus diesem Koma. Anders als zu erwarten war, liegt die Ursache in einer Überdosis Insulin.

Fügt sich ein Erwachsener diese erhöhte Dosis selbst zu? Die Polizei geht nicht davon aus und ihr Mann steht wegen Mordversuch vor Gericht – Vorwurf, seiner Ehefrau Insulin in einer Überdosis gespritzt zu haben. Es liegt der Verdacht nahe, dass Claus Sunny nur wegen des Geldes geheiratet hat und sie anschließend loswerden musste. Davon sind auch die Kinder aus erster Ehe überzeugt. Direkt beim ersten Gerichtsverfahren wird er zur Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt.

Das Rennen gegen die Zeit

Claus bleibt aber im Gefängnis nicht tatenlos und engagiert einen Anwalt für eine Berufung. Die ganzen Vorbereitungen für das Verfahren werden im Film dargestellt, dabei zeigt sich der Jura-Professor Alan Dershowitz mit seinem Team. Der Harvardprofessor vertritt sonst meistens nur benachteiligte Schwarze. Allerdings hat er an dem Ausgang der Verhandlung seine Zweifel, womit er sich überreden lässt, den Fall zu übernehmen und neu aufzurollen. Die perfekten, eindeutigen Beweise sind so erdrückend, dass Zweifel an der Stichhaltigkeit gerechtfertigt sind.

Ist das perfekte Ineinandergreifen Zufall? Die Zeit drängt, es bleiben nur zwei Monate, um eine überzeugende Strategie aufzubauen. Mit höchster Energie forscht das Team akribisch nach, um Schwachstellen zu finden. Zudem werden immer wieder Rückblenden eingefügt, die über die Beziehung zwischen Sunny und Claus berichten.

Ende: Nach vielen Verhandlungen wird Claus von Bülow im Revisionsprozess freigesprochen. Jedoch bleibt es bis zum Ende unklar, wer die Insulindosis verabreicht hat und wie es dazu kam.

Filmkritik und Rezension von „Die Affäre der Sunny von B.“

Die 90er-Jahre haben eine Unmenge an Filmen mit Gerichtsprozessen hervorgebracht. Dabei ist „Die Affäre der Sunny von B.“ etwas in Vergessenheit geraten. Zum einen liegt es sicherlich daran, dass es sich bei der Geschichte nicht um eine Adaption eines bekannten Theaterstücks oder Romans handelt. Die Vorlage war keine Fiktion, sondern echt, somit steht das Ende bereits fest. Es geht mehr um den Weg zum Ergebnis, was naturgemäß weniger spannend ist.

Regisseur Barbet Schroeder findet einen anderen Weg, denn die im Koma liegende Sunny kommentiert das Geschehen. Obwohl klar ist, dass sie nie wieder reden wird. Trotz der fokussierten Perspektive ist die Erzählung nicht einseitig. Zudem gibt es einiges zum Nachdenken, selbst viele Jahre später.

Basierend auf einem wahren Fall, kämpft der Ehemann mithilfe eines engagierten Anwalts um Freispruch. Statt großer Wendungen tauchen eher Fragen rund um das Thema Recht auf und das Porträt einer recht labilen High-Society-Ehe.

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