Snowden

Im Film „Snowden“ erzählt Regisseur Oliver Stone die Geschichte von Edward Snowden, einem ehemaligen NSA-Mitarbeiter, der zu einem der bekanntesten Whistleblower unserer Zeit wird. Joseph Gordon-Levitt verkörpert Snowden, der sich in Hongkong mit Journalisten trifft, um geheime Informationen über die globale Überwachung durch die NSA zu veröffentlichen. Diese Entscheidung stellt ihn vor gewaltige persönliche und ethische Herausforderungen.

Dauer: 135 Min.
FSK: ab 6 Jahren
Jahr:
Regie: Oliver Stone
Produzenten: Fernando Sulichin, Philip Schulz-Deyle, Eric Kopeloff
Hauptdarsteller: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo
Nebendarsteller: Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Scott Eastwood
Genre: Thriller
Studio: Onda Entertainment, Sacha Inc., Vendian Entertainment
Sprachen: Deutsch, English

Die Handlung des Films wirft ein Licht auf Snowdens Karriere, beginnend mit seiner Zeit beim Militär, über seine Arbeit bei der CIA bis hin zu seiner entscheidenden Rolle bei der NSA. Während dieser Zeit entwickelt sich sein Verständnis für die Tragweite und die Konsequenzen der Überwachungspraktiken, die er bezeugt. Wird das Publikum Snowdens Entscheidung, sich gegen das System zu stellen, als Akt des Mutes oder des Verrats interpretieren?

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Snowden„, ein Filmbiografie-Thriller aus dem Jahr 2016, führt uns in die Welt von Edward Snowden, gespielt von Joseph Gordon-Levitt. Regie führte Oliver Stone, der auch gemeinsam mit Kieran Fitzgerald das Drehbuch schrieb. In weiteren Rollen sehen wir Shailene Woodley als Lindsay Mills und Zachary Quinto als Glenn Greenwald. Der Film hat eine Länge von 135 Minuten und ist in Deutschland ab 6 Jahren freigegeben.

Der Film konnte nicht in amerikanischen Studios produziert werden und wurde größtenteils in den Bavaria Studios in München gedreht. Weitere Drehorte waren Hongkong und die USA. Das Budget betrug schätzungsweise 40 Millionen US-Dollar, jedoch erzielte der Film nur ein Einspielergebnis von 37,3 Millionen Dollar und galt damit als einer der größten Flops des Jahres. Dennoch unterstützte der FilmFernsehFonds Bayern die Produktion mit 1,6 Millionen Euro.

„Snowden“ erhielt verschiedene Auszeichnungen und Nominierungen. So gewann Anthony Dod Mantle den Bronze Frog Award für die beste Kameraführung bei Camerimage 2016. Zudem erhielten Oliver Stone und Kieran Fitzgerald den Cinema for Peace Award for Justice 2017. Joseph Gordon-Levitt wurde für seine Darstellung bei den Satellite Awards als bester Schauspieler nominiert, und der Film erhielt auch eine Nominierung für das beste adaptierte Drehbuch.

Inhalt und Handlung vom Film „Snowden“

Im Jahr 2013 trifft sich Edward Snowden heimlich in Hongkong mit der Dokumentarfilmerin Laura Poitras und dem Journalisten Glenn Greenwald. Sie planen die Veröffentlichung geheimer Informationen über die illegale Massenüberwachung durch die NSA. Diese Diskussionen und Snowdens Enthüllungen wurden später in Poitras‘ Dokumentarfilm „Citizenfour“ aufgegriffen, der auch im Film „Snowden“ eine Szene bildet. Snowden, der ehemals für die CIA und NSA arbeitete, deckt hiermit Überwachungspraktiken auf, die weltweit für Kontroversen sorgen.

Bereits 2004 absolvierte Snowden die Grundausbildung beim US-Militär, mit der Absicht, zu den Spezialkräften zu stoßen. Eine Verletzung beendet jedoch seine militärische Karriere vorzeitig. Er erhält seinen administrativen Entlassungsschein, doch man ermutigt ihn, seinem Land auf andere Weise zu dienen. Daraufhin bewirbt sich Snowden bei der CIA. Trotz anfänglicher Zweifel während des Auswahlverfahrens gibt ihm der stellvertretende Direktor Corbin O’Brian eine Chance, beeindruckt von Snowdens Fähigkeiten und der dringenden Notwendigkeit seiner Expertise in diesen außergewöhnlichen Zeiten.

Gesetze zur Überwachung

Nach seiner Aufnahme in die CIA wird Snowden intensiv in Cyberkriegsführung geschult. Er erfährt von Gesetzen, die die Überwachung ohne richterlichen Beschluss ermöglichen, was ihn zunehmend beunruhigt. Er beeindruckt seine Vorgesetzten, indem er eine Aufgabe zur Errichtung eines verdeckten Kommunikationsnetzwerks in seiner Heimatstadt in nur 38 Minuten löst, deutlich schneller als der Durchschnitt von fünf Stunden. Diese Fähigkeiten festigen seinen Ruf als brillanter Analyst und Techniker innerhalb der Geheimdienste.

Währenddessen entwickelt Snowden eine Beziehung zu Lindsay Mills, die er über eine Dating-Website kennenlernt. Als er 2007 eine Stelle in Genf annimmt, begleitet sie ihn. Dort beginnt Snowden, die ethischen Grundlagen seiner Arbeit zu hinterfragen, besonders nach einem Vorfall, bei dem sein Vorgesetzter einen Diplomaten durch eine manipulierte Straftat zur Kooperation zwingt. Entsetzt über diese Methoden kündigt Snowden seine Position bei der CIA und kehrt vorübergehend in die USA zurück.

Nach seiner Rückkehr arbeitet Snowden für die NSA in Japan, wo er an einem Programm namens „Epic Shelter“ beteiligt ist. Dieses soll kritische Daten aus dem Nahen Osten sichern, dient jedoch auch der Überwachung und potenziellen Sabotage verbündeter Staaten. Die moralischen Dilemmata und der Druck der Arbeit belasten seine Beziehung zu Mills, die daraufhin in die USA zurückkehrt. Snowden folgt ihr drei Monate später, nimmt eine beratende Tätigkeit für die CIA an und setzt seine Beziehung mit Mills fort, während er weiterhin gegen innere Konflikte ankämpft, verursacht durch seine Teilnahme an weitreichenden Überwachungsprogrammen.

Filmkritik und Rezension von „Snowden“

Oliver Stones Film „Snowden“ beleuchtet das Leben des Whistleblowers Edward Snowden. Der als patriotisch motivierter Enthüller von geheimen NSA-Überwachungsprogrammen porträtiert wird. Der Film beginnt dramatisch in Hongkong, wo Snowden mit den Journalisten Poitras, Greenwald und MacAskill zusammenkommt, um geheime Daten an die Öffentlichkeit zu bringen. Diese Ereignisse sind geprägt von der schweren Entscheidung Snowdens, seine Freundin und sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen, um die Wahrheit zu offenbaren.

In Rückblenden zeigt Stone Snowdens Weg von der Armeeausbildung über seine Zeit bei der CIA bis hin zu seiner Tätigkeit bei der NSA. Der Film stellt ihn als hochintelligenten, aber auch naiven jungen Mann dar, der sich zunehmend mit den moralischen Implikationen seiner Arbeit auseinandersetzt. Die Beziehung zu Lindsay Mills, gespielt von Shailene Woodley, entwickelt sich parallel zu seiner wachsenden Skepsis gegenüber den Praktiken der Geheimdienste. Die dynamischen Wechsel zwischen seiner persönlichen Entwicklung und den professionellen Herausforderungen erhöhen die Spannung und Tiefe des Films.

Der Höhepunkt des Films ist Snowdens Entscheidung, geheime Informationen zu leaken, was ihn endgültig zum Whistleblower macht. Die Darstellung dieses Schlüsselmoments, unterstützt durch die schauspielerische Leistung von Gordon-Levitt und die intensiven Dialoge mit seinen journalistischen Partnern, vermittelt die Brisanz und das Risiko seiner Aktionen. Stones Regie führt den Zuschauer durch eine komplexe Geschichte, die nicht nur Snowdens persönliches Opfer, sondern auch die globalen Auswirkungen seiner Entscheidungen hervorhebt. Der Film endet mit einem dramatischen Fluchtversuch Snowdens, der den Zuschauer nachhaltig zum Nachdenken anregt.

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