Uhrwerk Orange

Uhrwerk Orange“ von Stanley Kubrick, basierend auf dem Roman von Anthony Burgess, ist ein Meisterwerk des dystopischen Films. Der 1971 erschienene Film erzählt die Geschichte von Alex, dem Anführer einer brutalen Jugendbande, die in einem trostlosen Vorort von London lebt. Mit einer Vorliebe für Gewalt, Beethoven und eine eigentümliche Sprache, verwickelt sich Alex in zahlreiche Verbrechen. Kubrick inszeniert diese Gewaltszenen virtuos und nutzt dabei klassische Musik, um die Perversität der Taten zu unterstreichen.

Dauer: 131 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Stanley Kubrick
Produzenten: Stanley Kubrick
Hauptdarsteller: Malcolm McDowell, Patrick Magee, Adrienne Corri
Nebendarsteller: Michael Bate, Warren Clarke, John Clive
Genres: Drama, Science Fiction
Studio: Warner Home Video
Sprachen: Deutsch, English

Die düstere Zukunftsvision, in der der Film spielt, ist geprägt von einer kalten, egoistischen Gesellschaft. Alex‘ Weg führt ihn von kriminellen Exzessen über Verrat durch seine eigenen Leute bis hin zu einer umstrittenen Aversionstherapie, die ihn für immer verändern soll. Kubrick wirft damit die Frage auf, ob die Gesellschaft das Recht hat, den freien Willen eines Individuums zu unterdrücken, um Gewalt zu bekämpfen. Wie weit darf die Kontrolle des Staates über den Einzelnen gehen, um vermeintlichen Frieden zu wahren?

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Uhrwerk Orange“ erschien 1971 unter der Regie von Stanley Kubrick und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anthony Burgess. Der Film, ein Drama mit Science-Fiction-Elementen, ist 131 Minuten lang und hat eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. Kubrick schrieb das Drehbuch, produzierte den Film und übernahm die Regie. Die Musik stammt von Wendy Carlos, die Kamera führte John Alcott, und Bill Butler war für den Schnitt verantwortlich.

Die Besetzung des Films umfasst Malcolm McDowell als Alexander DeLarge, Patrick Magee als Mr. Alexander, Adrienne Corri als Mrs. Alexander, Michael Bates als Hauptwachtmeister, Warren Clarke als Dim, James Marcus als Georgie, Michael Tarn als Pete und Carl Duering als Dr. Brodsky. Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in und um London statt. Wichtige Drehorte waren das Thamesmead South Housing Estate, das Wandsworth Prison und die Brunel University in West-London.

„Uhrwerk Orange“ erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den New York Film Critics Circle Award für den besten Film und die beste Regie. Der Film wurde 1972 für mehrere Oscars nominiert, darunter für die beste Regie und den besten Film. Zudem erhielt er Nominierungen für den britischen Society of Film and Television Arts Award. 1999 wählte das British Film Institute den Film auf Platz 81 der besten britischen Filme aller Zeiten. Im Jahr 2020 wurde er in das National Film Registry aufgenommen.

Inhalt und Handlung vom Film „Uhrwerk Orange“

Alex erzählt in „Uhrwerk Orange“ seine eigene Geschichte als Anführer einer Jugendbande und Beethoven-Liebhaber. Die Gang lebt in einem düsteren Vorort von London und spricht einen Mix aus Russisch und Cockney-Slang. Gewalt und Verbrechen prägen ihren Alltag, wobei Alex das lustvolle Zelebrieren der Gewalt im Vordergrund steht. Eines Nachts misshandeln sie einen Stadtstreicher und dringen in die Villa von Frank Alexander ein. Dort vergewaltigt Alex die Frau des Schriftstellers und schlägt diesen im Takt zu „Singin‘ in the Rain“ schwer. Der Vorfall führt zur Eskalation innerhalb der Gruppe.

Die Spannungen in der Bande nehmen zu, da Alex‘ Führungsstil als autoritär empfunden wird und der Geldgewinn gering ist. Durch brutale Methoden sichert Alex vorübergehend seine Macht. Bei einem weiteren Überfall auf das Haus einer Frau, die er mit einer Skulptur erschlägt, wird Alex von seinen „Droogs“ verraten. Sie schlagen ihn nieder und überlassen ihn der Polizei. Alex wird wegen Mordes verurteilt und muss eine 14-jährige Haftstrafe antreten. Im Gefängnis gewinnt er das Vertrauen des Gefängnispastors und wird als Versuchsperson für eine Aversionstherapie ausgewählt.

Alex‘ Therapie und ihre Folgen

Die sogenannte Ludovico-Technik soll Kriminelle durch Konditionierung resozialisieren. Alex wird gezwungen, gewalttätige Filme anzusehen, während ein Serum Übelkeit hervorruft. Nach zwei Wochen Therapie wird er als geheilt entlassen. Doch die Therapie hat gravierende Nebenwirkungen: Alex kann weder Gewalt noch sexuelle Handlungen ertragen, ohne starke Übelkeit zu empfinden. Auch Beethovens 9. Sinfonie löst diese Reaktionen aus, was ihn zusätzlich quält. Alex kehrt nach Hause zurück, doch seine Eltern haben sein Zimmer vermietet.

Obdachlos und verzweifelt, wird Alex von ehemaligen Opfern und seinen früheren Gangmitgliedern misshandelt. Schließlich findet er Zuflucht bei Frank Alexander, ohne zu wissen, wer dieser ist. Alexander erkennt jedoch Alex und plant Rache. Er sperrt Alex ein und spielt laut die 9. Sinfonie, was Alex in den Selbstmord treibt. Alex stürzt sich aus dem Fenster, um den Qualen zu entkommen. Er überlebt jedoch schwer verletzt und wird ins Krankenhaus gebracht.

Im Krankenhaus stellt Alex fest, dass er sich wieder normal fühlt und Beethoven hören kann. Die Regierung nutzt seine Geschichte für ihren Wahlkampf und präsentiert ihn als geheilt. Alex hat nun keine Schmerzen mehr und seine gewalttätigen Fantasien kehren zurück. Der Film endet mit einer Vision von Alex, in der er von applaudierenden Zuschauern umgeben ist und seine „Heilung“ verkündet. Alex ist wieder in seine alte Denkweise zurückgekehrt, bereit für neue Gewaltexzesse.

Filmkritik und Rezension von „Uhrwerk Orange“

Stanley Kubricks „Uhrwerk Orange“ stellt seit über 30 Jahren eine bissige Gesellschaftssatire dar. Der Film thematisiert, ob Staat und Gesellschaft das Recht haben, kriminelle Gewalt zu bekämpfen, indem sie den freien Willen der Täter unterdrücken. Kubrick beschäftigt sich intensiv mit der Frage der Gewalt und ihrer Genese. Er zeigt Gewalt nicht nur in einem moralisch-ethischen Kontext, sondern als zentrales Thema, das seine Filme prägt. Besonders die brutalen Szenen im ersten Drittel verdeutlichen die Perversität der Gewalt und die komplexe Beziehung zwischen Täter und Gesellschaft.

Alex‘ Faszination für Gewalt und Beethoven veranschaulicht die gestörte Psyche des Protagonisten. Die bizarre Sprache der Gang, eine Mischung aus Englisch und Russisch, verstärkt die dystopische Atmosphäre. Kubrick nutzt grelle Farben und moderne Kunst, um die Kälte und den Egoismus der Gesellschaft darzustellen. Die Inszenierung der Gewalt als groteskes Ballett unterstreicht die Absurdität und Grausamkeit der Taten.

Kubrick zeigt die Therapie von Alex, die ihn zum willenlosen Werkzeug machen soll, als provokante Analogie zur Kreuzigung Jesu. Die „Dornenkrone“ und die Gewalt der Gesellschaft werden eindrucksvoll inszeniert. Die Methode, die Gewalt aus Alex zu verbannen, entlarvt die Heuchelei der Staatsgewalt. Der Film kritisiert die Bedingungen der Aufklärung und die Disziplinierung der Gesellschaft. Die Figuren und ihre Handlungen spiegeln die Gewalt als zentralen Bestandteil der sozialen Ordnung wider. Kubrick fordert die Zuschauer heraus, über die Natur von Gewalt und Macht nachzudenken.

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