Dune

In der Welt der Science-Fiction ist „Dune“ von Frank Herbert ein monolithisches Werk, das Vergleiche mit „Der Herr der Ringe“ und „Star Wars“ nicht zu scheuen braucht. Doch während diese anderen beiden Franchises in der Popkultur fest verankert sind, hat „Dune“ bisher nur wenige erfolgreiche Übertragungen in andere Medien erlebt. David Lynchs Interpretation von 1984 war zwar visuell beeindruckend, konnte jedoch weder die Tiefe der Vorlage einfangen noch ein breites Publikum begeistern. Auch diverse TV-Anpassungen und Computerspiele konnten dem Original nicht gerecht werden.

Dauer: 145 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Denis Villeneuve
Produzenten: Mary Parent, Denis Villeneuve, Cale Boyter
Hauptdarsteller: Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac
Nebendarsteller: Stellan Skarsgård, Dave Bautista, Stephen McKinley
Genres: Action & Abenteuer, Science Fiction
Studio: WARNER BROS.
Sprachen: Deutsch, English

Der kanadische Regisseur Denis Villeneuve, bekannt für seine visuell atemberaubenden und intellektuell herausfordernden Filme wie „Blade Runner 2049“ und „Arrival“, wagt sich nun an diese heilige Kuh der Science-Fiction. Und das Ergebnis ist nicht weniger als atemberaubend. Villeneuve beweist, dass er der Regisseur ist, auf den die Fans gewartet haben, um den Wüstenplaneten Arrakis und seine komplexe Welt der politischen Intrigen, des Verrats und der metaphysischen Mysterien zum Leben zu erwecken. Mit einem großartigen Ensemble, das von Timothée Chalamet bis Javier Bardem reicht, und einer epischen Handlung, die die Erwartungen übertrifft, ist „Dune“ der Film, der das Potenzial hat, nicht nur die treuesten Fans, sondern auch Neulinge im Genre zu überzeugen.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Der 2021 erschienene Film „Dune“ markiert die dritte Adaption des gleichnamigen Kultromans von Frank Herbert aus dem Jahr 1965. Denis Villeneuve, ein kanadischer Regisseur, steuerte nicht nur die Regie, sondern war auch an Drehbuch und Produktion beteiligt. Während Hans Zimmer für die Musik sorgte, lag die Verantwortung für die Kameraführung bei Greig Fraser und für den Schnitt bei Joe Walker. Namhafte Schauspieler wie Timothée Chalamet, der Paul Atreides spielt, und Oscar Isaac, der Herzog Leto Atreides verkörpert, runden das Ensemble ab. Neben weiteren talentierten Darstellern wie Rebecca Ferguson, Josh Brolin und Stellan Skarsgård schafft der Film ein intensives Porträt der politischen und sozialen Verhältnisse auf dem fiktiven Wüstenplaneten Arrakis.

Denis Villeneuve hatte große Visionen für den Film und nahm sich zwei Jahre Zeit für die Realisierung. Anstatt eines Einzelfilms plante er, die komplexe Handlung in mindestens zwei Teilen darzustellen. Das Ziel war es, der Tiefe und Vielschichtigkeit der Romanvorlage gerecht zu werden, ein Unterfangen, das die Produzenten unterstützten. Für zusätzliche Authentizität holte man Frank Herberts Sohn, Brian Herbert, als Executive Producer an Bord. David J. Peterson, bekannt für seine Arbeit an „Game of Thrones“, entwickelte spezielle Sprachen für den Film.

Trotz einer ersten geplanten Veröffentlichung im Dezember 2020 verzögerte die Coronavirus-Pandemie den Kinostart mehrfach. Schlussendlich feierte der Film seine Weltpremiere im September 2021 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Dort stieß er auf positive Resonanz und erhielt später bei den Oscars 2022 insgesamt zehn Nominierungen, von denen er sechs gewinnen konnte. Auch außerhalb der Leinwand fand „Dune“ Beachtung: So kündigte das norwegische Unternehmen Funcom Videospiele basierend auf dem Film an, und sogar im Koop-Survival-Shooter Fortnite erschienen spezielle „Dune“-Inhalte.

Inhalt und Handlung vom Film „Dune“

In einer fernen Zukunft bekommt Herzog Leto Atreides die Verantwortung für den Planeten Arrakis, der die einzige Quelle für das wertvolle Gewürz „Spice“ ist. Der Padishah-Imperator Shaddam IV. beauftragt ihn, den bisherigen Lehnsträger, Baron Harkonnen, abzulösen. Spice ermöglicht es den Navigatoren der Raumfahrergilde, Raumschiffe sicher durch das Universum zu steuern. Dennoch hat Shaddam heimliche Pläne, Arrakis mit der Hilfe seiner Elite-Soldaten, den Sardaukar, zurückzuerobern und das Haus Atreides zu zerstören. Leto ist sich der Risiken bewusst, sieht jedoch die potenzielle Macht, die ein Herrscher über Arrakis haben würde, und die Möglichkeit eines Bündnisses mit den einheimischen Fremen.

Lady Jessica, Letos Konkubine und Mitglied der mysteriösen Bene Gesserit, trägt zur Komplexität der Situation bei. Sie sollte gemäß dem Zuchtprogramm der Bene Gesserit eine Tochter gebären, aus der ein messianisches Überwesen entstehen würde. Doch sie gebar einen Sohn, Paul. Paul wird in Kampfkunst und Strategie geschult und zeigt Anzeichen einer außergewöhnlichen Hellsichtigkeit. Daraufhin wird er einem Test der Ehrwürdigen Mutter Gaius Helen Mohiam unterzogen, den er besteht. Der Baron Harkonnen willigt ein, Paul und Jessica zu verschonen, hat jedoch andere Absichten.

Nach der Ankunft auf Arrakis macht die Familie Atreides wichtige politische und kulturelle Kontakte. Duncan Idaho, ein Getreuer des Hauses Atreides, etabliert eine Verbindung zu den Fremen, während Leto mit ihrem Anführer Stilgar und dem imperialen Richter der Veränderung, Dr. Kynes, verhandelt. Kynes warnt die Atreides vor den Gefahren, die die Gewinnung von Spice mit sich bringt, darunter auch die riesigen Sandwürmer des Planeten. Bei einer Rettungsaktion werden Pauls Visionen durch das Spice noch intensiver.

Die Flucht in die Wüste

Jedoch bringt Verrat das Haus Atreides zu Fall. Dr. Yueh, ein vertrauter Berater, sabotiert die Schutzschilde, ermöglicht den Eindringlingen den Zugang und lähmt Leto. In einem letzten Akt des Widerstands tötet Leto zwar den Mentat des Barons, jedoch überlebt der Baron selbst. Paul und Jessica können in die Wüste fliehen, nachdem ihnen Dr. Yueh Überlebensausrüstung hinterlassen hat. In der Wüste setzt Jessica ihre Bene-Gesserit-Fähigkeiten ein, um die Angreifer zu überwältigen, während Paul Visionen eines galaktischen „Heiligen Krieges“ hat.

Der Baron übergibt die Kontrolle über Arrakis an seinen brutalen Neffen Rabban. Paul und Jessica finden Verbündete in Duncan und Dr. Kynes, bevor sie von Sardaukar-Truppen entdeckt werden. Nach Duncans heroischem Opfer und dem Tod von Kynes gelangen sie zu Stilgars Stamm der Fremen. Paul stellt sich einem Fremen namens Jamis in einem tödlichen Duell und gewinnt. Obwohl es gegen Jessicas Willen geschieht, schließt sich Paul den Fremen an und macht es sich zur Aufgabe, seinen Vaters Traum von einem friedlichen Arrakis zu verwirklichen.

Filmkritik und Rezension von „Dune“

Denis Villeneuves „Dune“ ist mehr als nur ein weiterer Sci-Fi-Blockbuster; es ist ein monumentales Erlebnis, das Kinogänger in seiner schieren Bildgewalt und seinem dröhnenden Soundtrack fast vom Sitz reißt. Während George Lucas mit seinem Versuch, Handelskriege in einer weit entfernten Galaxie zu porträtieren, sein Publikum eher enttäuschte, erreicht Villeneuve eine neue Stufe der Immersion. Dabei ist die Wahl der Schauspieler, von Timothée Chalamet bis Oscar Isaac, nichts weniger als grandios, und sie verleihen dem Film eine unübersehbare Gravitas.

Im Kontrast zum 1984er Flop von David Lynch, dessen Version von „Dune“ aufgrund von bizarren Designs und einer unzugänglichen Erzählweise scheiterte, bietet Villeneuves Neuverfilmung eine einnehmende und ernsthafte Interpretation der komplexen interstellaren Politik und Gesellschaftsdynamiken. Interessant ist, dass das Haus Atreides, nun zuständig für die Gewinnung des wertvollen „Spice“ auf dem Planeten Arrakis, einen anderen Ansatz als seine tyrannischen Vorgänger verfolgt und mit den einheimischen Fremen kooperieren möchte. Allerdings hält der Film, obwohl voller politischer Intrigen und Konflikte, seine Subtexte eher im Hintergrund und konzentriert sich auf die kinematografischen Elemente, die aus jedem Frame und jedem Ton die maximale Wirkung herausholen.

Eine der größten Stärken des Films ist jedoch die Zusammenarbeit von Villeneuve mit Kameramann Greig Fraser und Komponist Hans Zimmer. Diese Kombination schafft eine atmosphärische und visuelle Intensität, die das Publikum wirklich in die Welt von „Dune“ hineinzieht. Dabei sind nicht nur die epischen Szenen wie die Erscheinung der riesigen Sandwürmer atemberaubend, sondern auch intime Momente, etwa wenn Paul Atreides von einer Drohne angegriffen wird, sind ebenso packend. Wenn „Dune“ wirklich nur der Anfang ist, dann erwartet uns etwas wahrhaft Wundervolles – vorausgesetzt natürlich, dass der zweite Teil auch realisiert wird.

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