Im Westen nichts Neues

In „Im Westen nichts Neues„, einer packenden Verfilmung des berühmten Romans von Erich Maria Remarque, erlebt das Publikum die erschütternde Realität des Ersten Weltkriegs. Regisseur Edward Berger präsentiert die Geschichte des jungen Paul Bäumer, der voller jugendlichem Idealismus in den Krieg zieht, nur um bald von dessen brutalen Schrecken überwältigt zu werden. Durch Bergers geschickte Regie und die eindrucksvolle Kameraarbeit von James Friend wird die Zerstörung von Leib und Seele der Soldaten in den Schützengräben auf erschreckend realistische Weise dargestellt. Die Filmmusik von Volker Bertelmann unterstreicht dabei die tragische Atmosphäre und verstärkt das Gefühl von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

Dauer: 148 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Edward Berger
Produzenten: Malte Grunert, Daniel Marc Dreifuss
Hauptdarsteller: Felix Kammerer, Albrecht Schuch, Daniel Brühl
Nebendarsteller: Moritz Klaus, Edin Hasanović, Devid Striesow
Genre: Kriegsfilme
Studio: Capelight Pictures
Sprachen: Deutsch, English

Der Film beginnt mit einem Einblick in das Leben der jungen Soldaten vor dem Krieg und zeigt, wie sie durch patriotische Reden und naiven Glauben an Ehre und Ruhm manipuliert werden. Dieser Kontrast zwischen der Unschuld ihrer Jugend und der brutalen Realität des Krieges bildet das zentrale Thema des Films. Die Zuschauer begleiten Paul und seine Freunde auf ihrem Weg von der Heimatfront bis in die Schützengräben, wo sie schnell die Grausamkeit und den Wahnsinn des Krieges erkennen. Bergers Adaption ist nicht nur eine Darstellung des Krieges, sondern auch eine tiefgreifende Reflexion über Verlust, Kameradschaft und die Sinnlosigkeit des Krieges.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Im Westen nichts Neues„, ein Kriegsdrama von Edward Berger, erschien 2022. Es feierte im September 2022 Premiere beim Toronto International Film Festival. Kurz darauf kam der Film in deutsche Kinos und später zu Netflix. Edward Berger führte Regie und arbeitete auch am Drehbuch mit. Lesley Paterson und Ian Stokell unterstützten ihn dabei. Malte Grunert und Daniel Marc Dreifuss zeichneten für die Produktion verantwortlich. Die Musik stammt von Volker Bertelmann, während James Friend für die Kameraarbeit und Sven Budelmann für den Schnitt sorgten.

Die Hauptrollen übernahmen Felix Kammerer als Paul Bäumer und Albrecht Schuch als Stanislaus Katczinsky. Weitere wichtige Darsteller sind Aaron Hilmer, Daniel Brühl, Moritz Klaus, Edin Hasanović und Devid Striesow. Der Film erreichte einen herausragenden Erfolg bei den Oscars 2023. Er wurde in neun Kategorien nominiert und gewann vier Oscars. Unter anderem für den besten internationalen Film, beste Kamera, beste Filmmusik und bestes Szenenbild. Zuvor hatte der Film bereits bei den British Academy Film Awards 2023 in sieben Kategorien gewonnen, darunter als bester Film und für die beste Regie.

Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in Tschechien statt, über 52 Tage von März bis Mai 2021. Man nutzte verschiedene Locations in Böhmen und drehte in den Barrandov-Studios in Prag. Zusätzliche Aufnahmen entstanden in Deutschland und Belgien. James Friend arbeitete als Kameramann, wobei er bereits früher mit Berger zusammenarbeitete. Sie drehten zusammen die Serien „Patrick Melrose“ und „Your Honor“. Die Sets mit Schützengräben und Barackensiedlungen zeugen von einem hohen Produktionsaufwand.

Inhalt und Handlung vom Film „Im Westen nichts Neues“

Im Jahr 1917 melden sich der 17-jährige Paul Bäumer und seine Freunde Albert, Franz und Ludwig begeistert für die deutsche Armee, angezogen von patriotischer Rhetorik. Ihre Illusionen vom heroischen Krieg zerbrechen schnell an der brutalen Realität des Schützengrabenkriegs in Nordfrankreich. Ihre erste Nacht an der Front endet tragisch, als Ludwig durch Artilleriebeschuss stirbt. Die Gruppe, nun desillusioniert, trifft auf den erfahrenen Soldaten Kat, der sich ihrer annimmt.

In Deutschland ringt Staatssekretär Matthias Erzberger mit dem Oberkommando um einen Waffenstillstand aufgrund steigender Verluste. Währenddessen versuchen Paul und seine Kameraden, in der Härte des Krieges kleine Freuden zu finden. Sie stehlen eine Gans für ein Festmahl, ein Moment der Normalität im Chaos. Kat offenbart Paul seine Sorgen über das Leben nach dem Krieg. Franz verbringt eine Nacht mit einer Französin, ein kurzer Moment der Zärtlichkeit und Flucht.

Pauls letzter Kampf

Am 9. November reist Erzberger zur Waffenstillstandsverhandlung. Gleichzeitig erhalten Paul und seine Freunde den Befehl, vermisste Rekruten zu suchen. Sie entdecken, dass diese durch einen Gasmaskenfehler gestorben sind. Trotz der bevorstehenden Waffenstillstandsgespräche befiehlt General Friedrichs einen Angriff, um einen abschließenden Sieg zu erringen. Pauls Regiment wird in eine brutale Schlacht verwickelt, die von Nahkämpfen und Panzereinsätzen geprägt ist.

Die Schlacht endet in einem Desaster. Albert wird tödlich verwundet, Franz wird getrennt, und Paul erlebt tiefe Reue, nachdem er einen französischen Soldaten tötet. Zurück an der Front erfährt Paul von der bevorstehenden Kriegsbeendigung. Tjaden, schwer verletzt, entscheidet sich für den Selbstmord, um nicht als Amputierter zu leben. Der Krieg hinterlässt tiefe Narben bei den Überlebenden, gezeichnet von Verlust und Trauer.

Am 11. November wird der Waffenstillstand unterzeichnet, wirksam um 11:00 Uhr. In den letzten Kriegsmomenten stehlen Paul und Kat noch einmal Essen, doch Kat wird erschossen. General Friedrichs befiehlt einen letzten Angriff, bei dem Paul Sekunden vor Kriegsende tödlich verwundet wird. Er stirbt in den Schützengräben, als der Krieg endet. Ein neuer Rekrut findet Pauls Körper, aber ohne Erkennungsmarken bleibt sein Tod unregistriert, ein symbolisches Bild für das vergessene Leid des Krieges.

Filmkritik und Rezension von „Im Westen nichts Neues“

Edward Bergers Adaption von „Im Westen nichts Neues“ greift tief in die Schrecken des Ersten Weltkriegs. Inspiriert von Erich Maria Remarques Roman, konzentriert sich der Film auf die Brutalität des Krieges. In der Hauptrolle des jungen Soldaten Paul Bäumer erleben wir die erbarmungslose Realität des Schützengrabenkriegs. Bergers Regie zeichnet sich durch eine intensive visuelle und akustische Gestaltung aus. Er schafft es, das Publikum direkt in das Geschehen zu ziehen. Die filmische Darstellung des Krieges ist ungeschönt und realistisch, verstärkt durch den Einsatz von Handkameras.

Berger setzt auf eine straffe Erzählweise, indem er den Stoff verdichtet und die Ereignisse auf den reinen Überlebenskampf an der Front reduziert. Die Einführung der Charaktere erfolgt schnell, wobei der Fokus auf die unmittelbare Konfrontation mit dem Krieg gelegt wird. Diese Herangehensweise betont die Grausamkeit des Krieges und die Sinnlosigkeit des Sterbens. Die Verhandlungen um den Waffenstillstand ergänzen die Frontszenen, zeigen jedoch eine gewisse Eindimensionalität in der Darstellung der politischen Aspekte. Trotzdem bleibt der Film ein eindrucksvolles Kriegsdrama.

Die Darstellung der Kämpfe ist brutal und schonungslos. Bergers Regie fängt das Chaos und die Verzweiflung der jungen Soldaten eindrücklich ein. Volker Bertelmanns akustische Untermalung verstärkt die beklemmende Atmosphäre. Durch den Wechsel zwischen den intensiven Frontkämpfen und den Szenen der Friedensverhandlungen wird die Absurdität des Krieges deutlich. Bergers „Im Westen nichts Neues“ ist somit eine kraftvolle Neuinterpretation des Klassikers, die durch ihre Direktheit und visuelle Intensität besticht.

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