Infinity Pool

Im Zentrum von „Infinity Pool“ steht James Foster ein Romanautor, dessen kreative Blockade ihn und seine Frau Em in das fiktive Küstenland Li Tolqa führt. Auf der Suche nach Inspiration geraten sie in einen Strudel unerwarteter und verstörender Ereignisse. Ihre Begegnung mit Gabi und deren Ehemann Alban, die sie zu einem riskanten Ausflug verleiten, markiert den Beginn einer Abwärtsspirale, die James‘ Vorstellungen von Moral und Schuld auf die Probe stellt.

Dauer: 117 Min.
FSK: ab 18 Jahren
Jahr:
Regie: Brandon Cronenberg
Produzenten: Anita Juka, Jonathan Halperyn, Daniel Kresmery
Hauptdarsteller: Alexander Skarsgård, Mia Goth, Cleopatra Coleman
Nebendarsteller: Thomas Kretschmann, Jeff Ricketts, John Ralston
Genres: Horror, Science Fiction
Studio: Universal Pictures
Sprachen: Deutsch, English

Als James während einer nächtlichen Fahrt einen tragischen Unfall verursacht, sieht er sich mit den gnadenlosen Gesetzen von Li Tolqa konfrontiert. Die Möglichkeit, sich mittels eines Klons von jeder Verantwortung freizukaufen, entpuppt sich als doppelschneidiges Schwert. Während James sich tiefer in die kulturellen Abgründe des Landes verstrickt, beginnt eine zerrüttende Auseinandersetzung mit seiner eigenen Identität und Ethik. „Infinity Pool“ entfaltet eine komplexe Erzählung über die Flucht vor der eigenen Schuld und den hohen Preis der Freiheit.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Brandon Cronenberg führte Regie und schrieb das Drehbuch für „Infinity Pool„, einem kanadischen Science-Fiction-Horrorfilm aus dem Jahr 2023. Der Film, mit einer Länge von 117 Minuten und einer Altersfreigabe von FSK 18, sticht durch die Mitwirkung von Alexander Skarsgård als James Foster und Mia Goth als Gabi Bauer hervor. Neben Cleopatra Coleman, Jalil Lespert, Thomas Kretschmann, Jeff Ricketts und John Ralston in weiteren Rollen, erhielt „Infinity Pool“ für seine innovativen Beiträge und Darbietungen Anerkennung und Nominierungen bei verschiedenen Preisverleihungen.

Die Dreharbeiten fanden überwiegend im Amadria Park Resort in Šibenik, Kroatien, und später in Budapest, Ungarn, statt. Nach fünf Wochen intensiver Arbeit vor Ort und anschließender Postproduktion in Toronto, Kanada, feierte „Infinity Pool“ seine Premiere im Januar 2023 beim Sundance Film Festival und wurde später bei den 73. Berlinale in Deutschland vorgestellt.

„Infinity Pool“ erzielte am Eröffnungstag Einnahmen von 1,1 Millionen Dollar aus 1.835 Kinos und übertraf damit sogar die Lebensdauer-Einnahmen von „Crimes of the Future“, einem früheren Werk des Regisseurs Vater. Der Film, der für sein herausragendes Schauspiel, Regie und Originalität Anerkennung fand, wurde bei zahlreichen Preisverleihungen nominiert, darunter die Hollywood Critics Association Midseason Film Awards und die Directors Guild of Canada Awards.

Inhalt und Handlung vom Film „Infinity Pool“

James Foster, ein Romanautor, und seine Frau Em besuchen ein Resort im fiktiven Küstenland Li Tolqa während eines lokalen Festivals. Ihre ehelichen Spannungen verschärfen sich, als Gabi, eine Bewunderin von James‘ einzigem veröffentlichten Roman, sie einlädt, Zeit mit ihr und ihrem Ehemann Alban zu verbringen. Nach einem Abendessen fahren sie am nächsten Tag aufs Land. Und das obwohl Touristen angewiesen wurden, stets im Resort zu bleiben. Dieser Ausflug führt zu unerwarteten Ereignissen, die das Leben aller Beteiligten drastisch verändern.

Beim Aufenthalt an einem Strand ereignet sich ein intimer Vorfall zwischen James und Gabi. Nach einem Tag voller Sonnenbaden und Essen bereiten die Touristen ihre Rückkehr zum Hotel vor. Auf dem Weg zurück überfährt James versehentlich einen Einheimischen, was Gabi dazu veranlasst, gegen das Rufen der Polizei zu raten, da das Land als korrupt gilt. Diese Entscheidung markiert den Beginn einer Reihe von erschütternden Ereignissen.

Die Touristengruppe

Am nächsten Tag wird James festgenommen und sieht sich mit der drakonischen Strafe des Landes konfrontiert. Dem Tod durch die Hand des erstgeborenen Sohnes des Opfers. Li Tolqa bietet jedoch eine makabre Alternative. Für eine hohe Summe können Schuldige einen Klon von sich anfertigen lassen, der dann an ihrer Stelle hingerichtet wird. James entscheidet sich für diese Option. Er muss jedoch der Hinrichtung seines Klons beiwohnen. Während Em entsetzt ist und sofort das Land verlassen will, fühlt sich James seltsam von dem Spektakel angezogen.

James verlängert seinen Aufenthalt und trifft erneut auf Gabi und Alban, die ihm eine Gruppe westlicher Touristen vorstellen. Diese Gruppe begeht regelmäßig schwere Verbrechen, um dann ihren Doppelgängern bei der Hinrichtung zuzusehen. Sie verführen James dazu, sich ihnen anzuschließen und sich in einen libertinen Verbrecher zu verwandeln. Er nimmt an orgiastischen Festen teil und begeht weitere Verbrechen, getrieben von einem lokalen Halluzinogen und dem Einfluss der Gruppe.

In einem Moment der Klarheit versucht James zu fliehen, wird aber von der Touristengruppe abgefangen. Gabi offenbart, dass sie ihn verachtet und nie sein Buch gelesen hat. Sie hatten ihn seit dem Unfall gezielt manipuliert. Nach einem brutalen Akt der Gewalt gegen einen seiner Klone und einer finalen Aufforderung, seine Transformation zu vollenden, entscheidet sich James gegen die Flucht zurück in die USA. Er kehrt stattdessen zum geschlossenen Resort zurück, wo er allein im Monsunregen sitzt, sichtlich traumatisiert von den Ereignissen.

Filmkritik und Rezension von „Infinity Pool“

Brandon Cronenberg setzt mit „Infinity Pool“ seine Erkundung düsterer Narrationen fort und schafft dabei ein verstörendes Erlebnis, das die Zuschauer tief in die Abgründe des modernen Luxustourismus mitnimmt. Der Film, der durch eine Mischung aus Gewalt und sexuellen Ausschweifungen charakterisiert wird. Er zeigt die dunkelsten Seiten der menschlichen Natur. Cronenberg gelingt es, den Zuschauer mit rasanten Kamerafahrten und intensiven Nahaufnahmen in einen Zustand permanenter Unruhe zu versetzen.

Alexander Skarsgårds Darstellung des Romanautors James Foster, der in eine Spirale aus Gewalt und Dekadenz gezogen wird, ist ebenso fesselnd wie erschreckend. Die Performance des Ensembles spiegelt die Verdorbenheit einer Gesellschaft wider, die sich hinter einer Fassade von Reichtum und Freiheit verbirgt. Die Art und Weise, wie der Film die Grenzen zwischen Realität und Halluzination verwischt, trägt zu einem Gefühl der Beklemmung bei. Diese kritische Auseinandersetzung mit Themen wie Macht, Schuld und Sühne hinterlässt einen bleibenden Eindruck und regt zur Reflexion über die eigene Moral und die der Gesellschaft an.

„Infinity Pool“ ist somit mehr als nur eine Ansammlung schockierender Szenen. Er ist eine düstere Satire auf die Auswüchse des Kapitalismus und ein Kommentar zur menschlichen Natur. Cronenbergs Film ist ein visueller Alptraum, der sich entschieden gegen eine ästhetisierende Darstellung von Gewalt wendet. Stattdessen wird der Zuschauer mit einer Realität konfrontiert, die in ihrer Härte und Abstrusität zum Nachdenken anregt. Die Entscheidung, sich von traditionellen Erzählweisen zu entfernen und stattdessen eine Geschichte zu erzählen, die ebenso komplex wie beunruhigend ist, beweist einmal mehr Cronenbergs Fähigkeit, provokative und unvergessliche Filme zu schaffen.

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