Last Man Standing

Last Man Standing„, ein Film von Walter Hill, erzählt seine Geschichte in der Prohibitionszeit in Texas. Der Zuschauer folgt John Smith, gespielt von Bruce Willis, der in das staubige Grenzstädtchen Jericho gelangt. Seine Ankunft wird unerwartet zu einem Wendepunkt in seinem Leben. Als sein Blick auf Felina, die Freundin des Gangsterbosses Doyle, fällt, zieht er die Aufmerksamkeit der lokalen Gang auf sich. Dieser Moment markiert den Beginn einer Auseinandersetzung, die das Schicksal aller Beteiligten beeinflussen wird.

Dauer: 101 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Walter Hill
Produzenten: Arthur M. Sarkissian, Walter Hill
Hauptdarsteller: Bruce Willis, Christopher Walken, Alexandra Powers
Nebendarsteller: David Patrick Kelly, Karina Lombard, Bruce Dern
Genres: Action & Abenteuer, Thriller
Studio: WARNER BROS.
Sprachen: Deutsch, English

In Jericho, einer Stadt, die von Korruption und Gewalt geprägt ist, findet Smith sich in einem Netz aus Rivalitäten und Intrigen wieder. Sein Auto wird von Doyles Männern zerstört, was ihn dazu bringt, sich den lokalen Konflikten zu stellen. Als er in ein tödliches Duell verwickelt wird, offenbart sich seine Fähigkeit, in dieser rauen Welt zu überleben. Die Dynamik der Stadt verändert sich durch seine Anwesenheit, während er zwischen den Fronten zweier verfeindeter Gangs manövriert. „Last Man Standing“ präsentiert eine Welt, in der Loyalität flüchtig und Vertrauen selten ist.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Last Man Standing„, ein Thriller-Actionfilm von 1996, vereint verschiedene Genres. Unter Walter Hill Regie entstand eine Neuverfilmung berühmter Werke wie Kurosawas „Yojimbo“ und Leones „Für eine Handvoll Dollar“. Hill, der auch das Drehbuch schrieb, arbeitete mit Akira Kurosawa und Ryuzo Kikushima zusammen. Die Musik stammt von Ry Cooder, während Lloyd Ahern II die Kameraführung übernahm und Freeman Davies den Schnitt verantwortete.

In den Hauptrollen brillieren Bruce Willis als John Smith und Christopher Walken als Hickey. Unterstützt werden sie von Bruce Dern, William Sanderson, David Patrick Kelly und Karina Lombard. Der Film, der in den USA gedreht wurde, zeigt Orte wie Galisteo in New Mexico und El Paso in Texas.

„Last Man Standing“ spielte weltweit nur 33 Millionen US-Dollar ein, weit weniger als erhofft. Trotz seines Erscheinens am 20. September 1996 in den US-Kinos blieb der große Erfolg aus. Dieser finanzielle Flop markierte eine Enttäuschung für die Produzenten Arthur M. Sarkissian und Walter Hill. Sie hatten auf bessere Ergebnisse gehofft, wurden jedoch enttäuscht.

Inhalt und Handlung vom Film „Last Man Standing“

In „Last Man Standing“ erreicht der einsame Wanderer John Smith das texanische Grenzstädtchen Jericho während der Prohibitionszeit. Sein Ford Model A Coupe wird von einer irischen Gangstergruppe beschädigt, als Smith die Aufmerksamkeit von Felina erregt. Ohne Geld, um sein Auto zu reparieren, sucht Smith den feigen Sheriff Ed Galt auf, findet jedoch keine Hilfe. Stattdessen mietet er sich im lokalen Hotel ein, bewaffnet sich und provoziert ein tödliches Duell mit einem der Gangster, was die Aufmerksamkeit der Stadtbewohner weckt.

Fred Strozzi, Anführer der italienischen Gang in Jericho, erfährt von dem Vorfall und bietet Smith einen Job an. Strozzi will seine Rivalen ausschalten und rekrutiert daher jeden, der kämpfen kann. Smith stimmt zu und trifft auf Giorgio Carmonte, misstrauisch und feindselig. Trotz der Spannungen verführt Smith Strozzis Geliebte, Lucy. Er begleitet Strozzi und seine Männer auf eine Mission, um Doyles Alkohollieferung zu überfallen, was zu weiteren Konflikten führt, da Carmonte nach Mexiko reist, um zusätzliche Geschäfte zu tätigen.

Auftrag in Mexico

Als Doyle und seine rechte Hand Hickey von Finns Tod und dem Verlust ihrer Alkohollieferung erfahren, eskaliert die Situation. Smith wechselt die Seiten und verrät Ramirez‘ Verrat an Doyle. Hickey reist nach Mexiko, tötet Ramirez und entführt Carmonte, woraufhin Doyle Lösegeld von Strozzi fordert. Ein Gefangenenaustausch wird arrangiert, bei dem Strozzi Felina gegen Carmonte tauscht. Die Gangs kehren zu ihren Territorien zurück, aber der Konflikt ist noch lange nicht vorbei.

Sheriff Galt verhaftet Smith und führt ihn zu Captain Tom Pickett von den Texas Rangers. Pickett warnt Smith, dass der Staat Texas die Kriegsführung der Gangs nicht länger dulden wird und droht, beide Gangs auszulöschen, wenn einer der Gangs nicht innerhalb einer Woche zerstört wird. Nachdem Smith Pickett verlässt, erhält er eine düstere Warnung: Sollte er nach zehn Tagen noch in Jericho sein, wird Pickett ihn töten. Lucy enthüllt daraufhin, dass Strozzi sie für ihre Affäre mit Smith bestrafte, und Smith hilft ihr, die Stadt zu verlassen.

Ein riskanter Plan

Smiths Plan, die Gangs gegeneinander auszuspielen, wird riskant, als Hickey Smith in einen Hinterhalt lockt. Doyle lässt Smith foltern, um Felinas Aufenthaltsort zu erfahren, doch Smith gibt nichts preis. Nach seiner Flucht mit Monday und Sheriff Galt sieht Smith, wie Hickey Strozzis Gang massakriert. Smith flüchtet in eine abgelegene Kirche, wo Felina gebetet hat. Zwei Tage später informiert Galt Smith, dass Monday erwischt wurde, und Doyle wird ihn wahrscheinlich zu Tode foltern. Galt gibt Smith seine Pistolen zurück – die einzige Hilfe, die er anbieten kann.

Smith kehrt zurück in die Stadt, tötet Doyles Männer und rettet Monday. Doyle und Hickey, verzweifelt auf der Suche nach Felina, sind abwesend. Smith lockt Doyle in eine Falle und ermöglicht es Monday, Rache zu nehmen, indem er den Gangster erschießt. Hickey versucht, Smith zu überlisten, wird aber von ihm erschossen. Nachdem der Konflikt gelöst ist, setzt Smith seine Reise fort, fährt in seinem reparierten Ford nach Mexiko – seinem ursprünglichen Ziel.

Filmkritik und Rezension von „Last Man Standing“

Walter Hill’s „Last Man Standing„, eine moderne Adaption von Akira Kurosawas „Yojimbo“, versetzt die Zuschauer in die Prohibitionszeit und ins fiktive Grenzstädtchen Jericho. Die Geschichte folgt John Smith, der nach einem Zwischenfall mit örtlichen Gangstern in Jericho hängenbleibt. Seine Unbekümmertheit und Bereitschaft, sich mit den hiesigen Gangsterbossen anzulegen, treibt die Handlung voran. Hill, beeinflusst vom Italo-Western, webt ein dichtes Netz aus Verrat und Loyalitätswechsel. Die visuelle Opulenz und die Mischung aus Neo-Western und Gangsterfilm-Elementen schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Ry Cooders musikalische Untermalung verstärkt dieses Gefühl, während die trostlose Wüstenkulisse den Ton des Films perfekt einfängt.

Der Film offenbart eine gewisse Oberflächlichkeit in der Darstellung von Gewalt und menschlichem Leben. Es mangelt an einer kritischen Auseinandersetzung mit der gezeigten Brutalität, die in anderen Werken des Genres wie denen von Sergio Leone zu finden ist. Trotzdem beeindruckt „Last Man Standing“ mit konsequenten, harten Actionszenen. Die direkte, unverblümte Gewaltdarstellung könnte als satirische Übertreibung interpretiert werden, aber eine solche Deutung würde dem Film zu viel Ehre angedeihen lassen. Stattdessen bleibt er ein klarer Vertreter des Action-Genres, der auf tiefere kritische Betrachtungen verzichtet.

Auf der Darstellungsebene bietet „Last Man Standing“ solide Leistungen. Bruce Willis brilliert als wortkarger, aber effektiver Protagonist, dessen lakonische Off-Kommentare zwar cool, aber inhaltlich hohl wirken. Sie tragen jedoch zur düsteren Atmosphäre des Films bei. Die Nebenrollen, besetzt mit prägnanten Darstellern wie Christopher Walken und Bruce Dern, bleiben leider unter ihren Möglichkeiten. „Last Man Standing“ erreicht zwar nicht die Höhen eines Klassikers, bietet aber als atmosphärischer und stilvoller Actionfilm genügend Unterhaltungswert, um Fans von Gangsterfilmen und Italo-Western zu überzeugen.

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