Pulse

Pulse“ ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, sondern eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der Dualität der modernen Technologie. Regisseur Kiyoshi Kurosawa zeigt uns eine Welt, in der die Verbindung mit anderen durch das Internet nicht mehr nur eine Bequemlichkeit, sondern auch eine Gefahr ist. In seinem Werk begegnen wir Mattie und ihren Freunden, die nach dem Selbstmord ihres Freundes Josh in die Abgründe einer mysteriösen Website gezogen werden. Dabei stoßen sie auf schattenhafte Geister und erkennen die erschreckende Ähnlichkeit zwischen der ewigen Einsamkeit im Tod und der bereits bestehenden Einsamkeit im Leben.

Dauer: 114 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Kiyoshi Kurosawa
Produzenten: Shun Shimizu, Atsuyuki Shimoda, Ken Inoue
Hauptdarsteller: Kumiko Asō, Haruhiko Kato, Koyuki
Nebendarsteller: Haruhiko Kato, Kurume Arisaka, Kōji Yakusho:
Genre: Horror
Studio: Toho
Sprachen: Deutsch, English

Der Film spielt geschickt mit den Ängsten und Paranoia, die unser immer weiter vernetztes Leben begleiten. Mattie und ihre Freunde sind keine Helden, sondern Opfer ihrer eigenen Neugier und der dunklen Mächte des Internets. Kurosawa nutzt die Mittel des J-Horror, um seine ernste Botschaft zu vermitteln. Mit einer beeindruckenden Mischung aus schaurigen Bildern und unheimlicher Musik entwirft er ein düsteres Porträt unserer Zeit, in dem die Grenze zwischen virtueller und realer Welt immer mehr verschwimmt. So bleibt „Pulse“ nicht nur als Horrorfilm in Erinnerung, sondern auch als ernüchternder Kommentar zur menschlichen Condition im digitalen Zeitalter.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Der Horrorfilm „Pulse“ aus dem Jahr 2001 wurde von Kiyoshi Kurosawa inszeniert und geschrieben. Mit einer Laufzeit von 114 Minuten und einer FSK-Altersfreigabe von 12 Jahren, präsentiert der Film eine fesselnde Techno-Horror-Geschichte. Neben der Regie zeichnete Kurosawa auch für das Drehbuch verantwortlich, während Shun Shimizu und Atsuyuki Shimoda als Produzenten agierten. Musikalisch untermalt wurde der Film von Takefumi Haketa, die Kameraarbeit übernahm Junichirō Hayashi und für den Schnitt war Junichi Kikuchi zuständig.

Das Schauspielensemble besteht aus namhaften Akteuren wie Masatoshi Matsuo, der Toshio Yabe spielt, Koyuki in der Rolle der Harue Karasawa, und Kumiko Aso, die Michi Kudo darstellt. Auch Haruhiko Kato als Ryosuke Kawashima und Kurume Arisaka als Junko Sasano sind Teil des Casts. Im Bereich der Spezialeffekte waren Shūji Asano und Masaru Tateishi verantwortlich, die als Visual Effects Supervisor und CG Director wirkten.

„Pulse“ erntete zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen, darunter den FIPRESCI-Preis bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2001. Darüber hinaus gewann Kumiko Aso den Japanese Professional Movie Award für die Beste Schauspielerin. Ein US-amerikanisches Remake, inszeniert von Jim Sonzero, erschien 2006 und führte sogar zu zwei Fortsetzungen. Der Film hat inzwischen Kultstatus erreicht und beeindruckt weiterhin Publikum und Kritiker gleichermaßen.

Inhalt und Handlung vom Film „Pulse“

Michi Kudo zieht kürzlich nach Tokio und arbeitet in einem Blumengeschäft. Mit dem rätselhaften Verschwinden eines Kollegen, Taguchi, gerät sie in einen Strudel paranormaler Ereignisse. Sie findet ihn in seiner Wohnung, scheinbar unbeschwert, nur um später seinen Selbstmord zu entdecken. Eine seltsame Diskette, die sie dort entdeckt, zeigt ein Bild von Taguchi, der endlos in seinen Monitor starrt, daneben ein geisterhaftes Gesicht. Andere Vorfälle mit unheimlichen Anrufen und verstörenden Bildern verstärken den Eindruck einer drohenden Gefahr aus der digitalen Welt.

Ein zweiter Handlungsstrang präsentiert Ryosuke Kawashima. Nach der Anmeldung bei einem neuen Internetanbieter öffnet sein Computer seltsamerweise Webseiten mit beängstigenden Bildern. Harue Karasawa, eine Doktorandin, wird zu seinem Verbündeten, um das Geheimnis dieser Bilder zu lüften. Doch die Geister des Internets scheinen eine tiefere Verbindung zu den Einsamkeitsgefühlen der Menschen zu haben. Harues eigene Begegnung mit einem solchen Geist lässt sie in einer schockierenden Wendung verschwinden.

Während Tokio unter der Invasion der Geister leidet, verschwinden Menschen in großer Zahl. Die Stadt wird zu einem postapokalyptischen Alptraum. In dieser chaotischen Umgebung treffen Michi und Ryosuke aufeinander. Ihre gemeinsame Suche nach Antworten führt sie zu einer alten Fabrik, wo sie auf eine verstörte Harue treffen, die sich letztlich das Leben nimmt.

Katastrophe und Zuflucht

Die düstere Stimmung hält an, als sie durch das verlassene Tokio fahren. Unheimliche Begegnungen und verheerende Ereignisse, darunter ein abstürzendes Flugzeug, sind Zeugnisse der Geisterinvasion. Ihre Hoffnung scheint zu wachsen, als sie auf einem Schiff mit anderen Überlebenden gerettet werden. Hier erfahren sie von ähnlichen Ereignissen weltweit, was die Tragweite der Krise verdeutlicht.

Der Film schließt mit einer Szene auf dem Schiff. Der Kapitän ermutigt Michi, während sie den Verlust von Ryosuke betrauert. Dieser ist zu einem Schatten verblasst, was die tiefgreifende Wirkung der Geister auf das Leben der Menschen unterstreicht. Der Film endet mit der bittersüßen Erkenntnis von Michi, dass sie trotz der Umstände Glück in der Gegenwart ihres letzten Freundes findet.

Filmkritik und Rezension von „Pulse“

In „Pulse“ ergründet Regisseur Kiyoshi Kurosawa die düsteren Seiten der Digitalisierung. Der Film taucht tief in die Abgründe einer vernetzten Welt ein, in der eine mysteriöse Website Menschen in den Selbstmord treibt. Mattie und ihre Freunde begeben sich auf eine unheimliche Reise, um den Grund für den Selbstmord ihres Freundes Josh zu finden. Dabei begegnen sie schattenhaften Gestalten und einer Reihe unerklärlicher Phänomene. Die Spannung baut sich stetig auf, und der Zuschauer wird mit der bedrückenden Realität konfrontiert, dass Technologie nicht nur verbindet, sondern auch isoliert.

Der Film überzeugt durch seine verstörende Atmosphäre und die geheimnisvolle Tonkulisse. J-Horror-typische Elemente mischen sich mit einer Kritik an der immer stärker digitalisierten Gesellschaft. Kurosawa nutzt die Ästhetik des Schreckens, um die emotionale Leere in der hypervernetzten Welt zu illustrieren. Die Charaktere, gefangen zwischen virtueller und physischer Realität, verkörpern die wachsende Entfremdung innerhalb der Gesellschaft. Daher führt der Film den Zuschauer nicht nur durch physische, sondern auch durch psychologische Labyrinthe, und zwingt ihn, sich mit der Dualität der modernen Kommunikation auseinanderzusetzen.

Allerdings hat „Pulse“ auch seine Schwächen. Der langsame Erzählstil und die gelegentlich redundanten Aussagen könnten für einige Zuschauer anstrengend sein. Trotzdem bleibt der Film im Gedächtnis haften, nicht zuletzt wegen seiner beklemmenden Aktualität. Kurosawa gelingt es, die Apokalypse der Einsamkeit in einer Weise darzustellen, die heute erschreckend zeitgemäß wirkt. Die Botschaft ist klar: In einer Welt, in der Vernetzung zu Isolation führt, ist die Grenze zwischen Leben und Tod mehr als verschwommen. „Pulse“ ist somit ein Film, der lange nachwirkt und zur kritischen Reflexion über unsere digitale Existenz anregt.

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