War Dogs

War Dogs“ beschäftigt sich mit der wahnwitzigen, aber wahren Geschichte zweier junger Männer, die es schaffen, vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden. Aber anstelle einer konventionellen Erfolgsgeschichte nimmt uns Regisseur Todd Phillips mit in die skurrile Welt des internationalen Waffenhandels. Phillips, der bereits mit der „Hangover“-Reihe bewiesen hat, dass er den Faden zwischen Unterhaltung und Kontroverse spinnen kann, taucht diesmal in ein ernsteres, aber ebenso komplexes Thema ein. Er nimmt sich einer brisanten Thematik an und setzt sie in einem unerwartet humorvollen Kontext um.

Dauer: 114 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Todd Phillips
Produzenten: Todd Phillips, Bradley Cooper, Mark Gordon
Hauptdarsteller: Stephen C. Chin, Todd Phillips, Jason Smilovic
Nebendarsteller: Kevin Pollak, Eddie Jemison, David Packouz
Genres: Drama, Komödie
Studio: Warner Bros.
Sprachen: Deutsch, English

Der Film zeichnet die Reise von David und Efraim nach, zwei jungen Amerikanern mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten und Moralvorstellungen. Während David eher zurückhaltend und moralisch einigermaßen gefestigt ist, wirkt Efraim als der typische Aasgeier, der nur auf den eigenen Vorteil aus ist. Als sie entdecken, dass auch kleine Unternehmen eine Chance haben, an den lukrativen Rüstungsaufträgen der US-Regierung teilzuhaben, beschließen sie, ihr Glück zu versuchen. Was folgt, ist eine abenteuerliche Reise, die sie von Miami bis in den Nahen Osten führt. Hierbei gelingt es dem Film, die Absurdität der Situation ohne übermäßige Karikatur hervorzuheben und gleichzeitig auf die ethischen Grauzonen des Waffenhandels hinzuweisen.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

War Dogs“ erschien 2016 und fällt unter das Genre der schwarzen Komödie. Todd Phillips führte Regie und trug auch zum Drehbuch bei, das er zusammen mit Stephen Chin und Jason Smilovic verfasste. Basierend auf einem Artikel des Journalisten Guy Lawson in der Zeitschrift Rolling Stone, präsentiert der Film die Schauspieler Jonah Hill und Miles Teller als Efraim Diveroli und David Packouz. Diese beiden jungen Waffenhändler erhielten unerwartet einen lukrativen Auftrag von der US-Regierung. Neben Hill und Teller sind auch Ana de Armas und Bradley Cooper in wichtigen Rollen zu sehen. Für die Musik zeichnet Cliff Martinez verantwortlich, während Lawrence Sher die Kamera führte und Jeff Groth den Schnitt übernahm.

In der wahren Geschichte hinter dem Film transformierte Efraim Diveroli das Unternehmen seines Vaters von einer Druckerei in einen Waffenhandel. Schnell schlossen sie und David Packouz einen Vertrag über 298 Millionen US-Dollar mit der US-Regierung ab. Dabei beeindruckten sie durch ihre Fähigkeit, Großaufträge mit konkurrenzlosen Preisen zu sichern. Interessanterweise hatten sie bereits 2006 über 10 Millionen US-Dollar Umsatz erreicht. Dabei bedienten sie sich vor allem offizieller Regierungsausschreibungen und konnten durch den Überfluss an übriggebliebenen Rüstungsgütern aus dem Kalten Krieg erfolgreich agieren.

Der Film hat jedoch auch eine kritische Note und zeigt den Absturz des Duos. Sie wurden 2011 wegen Betrugs verurteilt, nachdem sie chinesische Waffen trotz eines Embargos an die afghanische Nationalarmee liefern wollten. Dabei erhielt Diveroli eine Gefängnisstrafe von vier Jahren, während Packouz mit sieben Monaten Hausarrest davonkam. Der echte David Packouz hat sogar einen Cameoauftritt im Film, der insgesamt ein Einspielergebnis von rund 86 Millionen US-Dollar erzielte. So gelingt es „War Dogs“, nicht nur Unterhaltung, sondern auch einen Einblick in skrupelloses Geschäftsgebaren und gescheiterte Freundschaften zu bieten.

Inhalt und Handlung vom Film „War Dogs“

Im Jahr 2005 trifft der Massagetherapeut David Packouz in Miami auf seinen alten Freund Efraim Diveroli. David hat gerade einen Fehlschlag mit dem Versuch erlebt, Bettwäsche an Altersheime zu verkaufen, als Efraim ihm einen Job in seiner Firma AEY Inc. anbietet. Efraim handelt bereits erfolgreich mit Waffen für die US-Regierung im Irak-Krieg. Obwohl David und seine schwangere Freundin Iz eigentlich gegen den Krieg sind, nimmt er das Angebot an und verschweigt Iz die wahre Natur seiner neuen Arbeit. Efraim macht David mit dem Geschäft vertraut und beide beginnen, Aufträge für Militärausrüstung zu akquirieren, die auf einer öffentlichen Website ausgeschrieben sind.

Das Geschäft läuft zunächst reibungslos, sogar als sie Beretta-Pistolen in den Irak liefern müssen und durch ein italienisches Embargo aufgehalten werden. David und Efraim reisen nach Jordanien, bestechen lokale Behörden und schmuggeln die Waffen schließlich in den Irak. Der riskante Trip gelingt, und die beiden Freunde werden für ihren Mut gut bezahlt. Unterdessen entdeckt Iz die wahre Beschäftigung ihres Freundes und zeigt sich enttäuscht. Trotz der familiären Probleme steigt AEY im Waffengeschäft auf. Sie sichern sich immer größere Aufträge und expandieren rasant. Efraim wird jedoch immer unzuverlässiger und instabil, was David zunehmend Sorgen bereitet.

Das Treffen mit Waffenhändler

Die große Chance für AEY bietet sich, als sie einen Rüstungsauftrag in Höhe von 300 Millionen Dollar für die Belieferung der afghanischen Armee mit AK-47-Munition erhalten könnten. Sie treffen den legendären Waffenhändler Henry Girard, der Zugang zu ungenutzten Waffendepots in Albanien hat. Efraim schließt trotz Bedenken von David einen Deal mit ihm ab. Sie reisen nach Albanien, wo sie feststellen, dass die meisten Patronen aus China stammen und somit wegen eines US-Embargos illegal sind. Efraim entscheidet, die Munition neu zu verpacken, um das Verbot zu umgehen.

In der Folge eskaliert die Situation. Henry rächt sich für Efrais Plan, ihn aus dem Geschäft zu drängen, indem er David entführen lässt. Enver, der für das Umpacken der Munition verantwortlich ist, droht, die illegalen Machenschaften an die US-Behörden zu melden. David bricht mit Efraim, kehrt zu Iz zurück und gesteht ihr alles. Doch die Vergangenheit holt beide ein. Sie werden verhaftet, nachdem das FBI von Enver kontaktiert wird und Ralph, ein Geldgeber von AEY, sie belastet hat. Efraim erhält eine vierjährige Haftstrafe, während David für seine Kooperation nur sieben Monate Hausarrest bekommt.

Am Ende des Films wird David von Henry aufgesucht, der ihm für sein Schweigen Geld anbietet. Über das Schicksal von Bashkim, dem Fahrer, der sie im Irak unterstützt hatte und später verschwand, schweigt Henry jedoch. Der Film endet offen und lässt unklar, ob David das Geld annimmt und weiterhin schweigen wird. So bleibt das Publikum mit vielen Fragen zurück, insbesondere zur Moral und Ethik von Krieg, Freundschaft und Gier.

Filmkritik und Rezension von „War Dogs“

War Dogs“ von Todd Phillips präsentiert sich als satirische Komödie, die die Waffenhandel-Branche ins Visier nimmt. Inspiriert von einem Rolling Stone-Artikel und echten Ereignissen, zeigt der Film die Geschichte zweier ungleicher Freunde, die in den Waffenhandel einsteigen. Dabei spart Phillips nicht an Referenzen zu Klassikern des Gangster-Kinos wie Martin Scorseses „Goodfellas“ oder Brian De Palmas „Scarface“. Allerdings scheint er sich in seiner Darstellung weniger auf tiefgründige Kritik zu fokussieren als auf eine effiziente Unterhaltung. Im Vergleich zu anderen scharfzüngigen Filmen über ähnliche Themen, wie etwa „Lord of War“, bleibt „War Dogs“ an der Oberfläche und kritisiert die absurde Vergabepraxis der US-Militärbehörden nur in groben Zügen.

In der filmischen Umsetzung beweist Todd Phillips handwerkliches Können. Der Regisseur, bekannt für seine „Hangover“-Trilogie, wendet sich hier einem ernsteren Sujet zu, aber behält seine komödiantische Note bei. David, gespielt von Miles Teller, und Efraim, dargestellt von Jonah Hill, liefern als Hauptcharaktere glaubhafte und unterhaltsame Performances. Hill überzeugt vor allem durch sein fulminantes Spiel. Auch Nebenfiguren wie der undurchsichtige Waffenschieber Henry Girard, gespielt von Bradley Cooper, tragen zur Filmqualität bei, obwohl sie eher eindimensional bleiben.

Trotz seiner Unterhaltsamkeit und guter schauspielerischer Leistungen, leidet „War Dogs“ an einer fehlenden Tiefe und Originalität. Es wirkt, als habe Phillips eine Chance verpasst, sein Publikum zum Nachdenken anzuregen, während er sie unterhält. Dabei sind die Versatzstücke für eine kritischere Auseinandersetzung mit dem Thema durchaus vorhanden. Letztendlich bleibt der Film ein kurzweiliges, aber nicht bahnbrechendes Werk, das eher im Gedächtnis bleibt wegen seiner spektakulären, wahren Hintergrundgeschichte als wegen seiner filmischen Qualitäten.

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