Digital Detox: Vorteile, Nachteile und sonst?

Der Alltag ist von vielen Dingen geprägt, vor allem aber digitalen Geräten, mit denen man sehr viel Zeit verbringt. Ob nun das Smartphone, das Tablet, der Computer oder auch der Fernseher. Viele Menschen können sich ein Leben ohne diese Geräte nicht mehr vorstellen, was natürlich verständlich ist, da man sich so an diese moderne Lebensweise gewöhnt hat.

Digital Detox: Vorteile, Nachteile und sonst

Doch die Dauerbeschallung durch die digitalen Geräte hat eben nicht nur Vorteile, sondern auch einige Nachteile. Aufgrund der vielen Zeit, die man an den Bildschirmen verbringt, sorgt man dafür, dass der Kopf kaum zur Ruhe kommen kann. Eine Folge kann Stress sein, obwohl uns diese Geräte doch genau dagegen helfen sollen. Die Antwort könnte ein Digital Detox sein, also eine Entgiftung von diesen Geräten und Inhalten. Wie das genau aussieht und worauf man dabei der digitalen Entgiftung achten sollte, gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Digital Detox? Ist es sinnvoll?

Darum ist ein digitales Detoxen sinnvoll

Für manche ist „Digital Detox“ einfach nur ein Trend, der einem anderen Trend entgegengestellt wird. Tatsächlich aber verbirgt sich da noch viel mehr dahinter, denn es kann sehr viele Vorteile haben, sich für eine Weile von der digitalen Welt zu verabschieden. Wer den ganzen Tag mit den verschiedenen Geräten rumhantiert, vor allem dem Smartphone, kann sich nicht entspannen. Geht der erste Griff nach dem Aufwachen zum Handy und auch vor dem Schlafen hat man den kleinen Bildschirm direkt vor der Nase, sorgt das dafür, dass der Körper entweder nicht zur Ruhe kommt oder schon demotiviert ist, bevor der eigentliche Tag überhaupt beginnt.

Es gibt verschiedene Gründe, warum der erhöhte Konsum von digitalen Inhalten und die ständige Verfügbarkeit der Geräte schädliche Auswirkungen haben können. Wichtig ist aber zu wissen, dass man sich von diesen Einflüssen auch wieder befreien kann. Im Grunde funktioniert das, indem man einfach nur weniger Zeit an den Bildschirmen verbringt. Aber auch ein Digital Detox für einige Tage kann sinnvoll sein, wenn der Konsum zu viel geworden ist. Der Körper wird es danken. Man wird ruhiger, entspannter und wird auch viel besser schlafen können. Wer also an der eigenen Gesundheit interessiert ist, sollte das in Erwägung ziehen.

Auszeit vom Smarthone

Deshalb kann ein Smartphone schaden

Ein Blick auf den Smartphone kann schaden Der ständige Blick auf das Display ähnelt in vielen Fällen einem Suchtverhalten. Und das können wohl viele nachvollziehen, die kaum eine Stunde ohne ihr geliebtes Smartphone auskommen können. Warum dieses an Sucht erinnernde Verhalten auftritt, lässt sich anhand vieler Apps erklären, die vor allem junge Menschen nutzen. Das Klicken und Scrollen durch viele Apps wie Instagram, TikTok oder auch YouTube sorgt dafür, dass permanent das Hormon Dopamin ausgeschüttet wird, was uns kurz gut fühlen lässt. Doch versiegt die Quelle, fühlt man sich plötzlich schlecht. Noch schlimmer: Man kann viele andere Reize des Alltags wie beispielsweise die Natur gar nicht mehr zu schätzen wissen, weil das Gehirn auf die kurzfristigen Reize gepolt wurde. In der Folge kommt der Kopf gar nicht mehr zur Ruhe.

Das Gehirn ist ein Hochleistungszentrum, das sehr viel Energie benötigt und entsprechend auch viele Ruhephasen braucht, um Eindrücke und Informationen angemessen zu verarbeiten. Bleibt diese Ruhe aus, kommt es zu einer Reizüberflutung, die die Regeneration verhindert. In der Folge ist der Körper unter einer dauerhaften Anspannung. Oft entsteht auch ein Teufelskreis, da viele dann erneut zum Handy greifen, um sich abzulenken und kurzzeitig Dopamin zu erhalten. Über längere Zeit ist das schädlich, da auch immer mehr die Konzentrationsfähigkeit abbaut. Normale alltägliche Aufgaben, zu denen auch das Lernen in der Schule gehören kann, fallen dementsprechend immer schwieriger.

Wie funktioniert digitales Detoxing

Digital Detox: So wird es gemacht!

Smartphone an schwer erreichbaren Ort legen Wenn man sich vornimmt, einige Tage auf das Smartphone und andere digitale Geräte zu verzichten, sollte man sich etwas vorbereiten. Natürlich ist der Alltag oft an diese Geräte gekoppelt, was auch für die Schule oder den Beruf wichtig sein kann. Man kann sich also fragen, welche Geräte und Apps man wirklich braucht und auf welche man verzichten kann. Als nächstes fragt man sich, wie lange die Auszeit andauern soll und was man in der medienfreien Zeit machen kann. Vielleicht möchte man sich in der Zeit mit Freunden treffen, ein Buch lesen, spazieren gehen oder ein ganz anderes Projekt angehen. Man wird jedenfalls viel mehr Zeit haben, die gefüllt werden kann.

Ist man vorbereitet und weiß, worauf man sich einlässt, kann es auch schon losgehen. Nun kann es dabei aber zu Schwierigkeiten kommen, weil der Griff zum Smartphone so einfach ist. Hier können einige Tricks helfen. Beispielsweise kann man das Gerät ausschalten und an einen Ort legen, wo es nicht so leicht zu erreichen ist, beispielsweise auf einem Schrank. Wichtig ist, dass man es strukturiert macht. Man kann sich sagen, dass das Handy ab 21 Uhr beiseite gelegt wird. Gelingt das nicht, muss man das System anpassen, sodass man sich in kleineren Schritten dem digitalen Detox annähert.

Tipps zum umsetzen von Digitalen Detoxen

Das Umfeld und die Umgebung

Vom Handy Auszeit nehmen Man kann auch bestimmte Orte handyfrei machen. Spaziergänge eignen sich dafür besonders gut. Man nimmt das Smartphone einfach nicht mit und läuft so gar nicht erst Gefahr, es doch wieder in die Hand zu nehmen. Auch der Essenstisch, das Bett, die U-Bahn oder das Auto können zu Tabuzonen für das Handy erklärt werden. Und wenn man sich gerade mit Freunden oder anderen Personen unterhält, hat das Handy ohnehin nichts in der Hand zu suchen. Ratsam ist es auch, dass man das Umfeld einweiht. Man kann Freunden Bescheid geben, dass man weniger erreichbar sein wird, sodass man keinen Druck zur schnellen Antwort verspürt.

Spannenderweise kann das Smartphone mit all seinen praktischen Funktionen auch beim digitalen Entgiften helfen. Viele Modelle verfügen über entsprechende Einstellungsmöglichkeiten. So kann man Auszeiten einstellen, in denen bestimmte Apps gar nicht funktionieren. Und ganz wichtig: Man sollte sehr viele Benachrichtigungen ausschalten, die permanent von allen möglichen Apps aufploppen und um unsere Aufmerksamkeit buhlen. In den Statistiken des Smartphones kann man einsehen, wie viel Zeit man mit welchen Apps verbracht hat. Auf diese Weise bekommt man ein Gefühl dafür, wie man es besser machen kann und ist vielleicht auch einfach erschreckt darüber, wie viel Zeit man am Display verbringt.

Diese Tipps eignen sich perfekt für digital Detox

Wenn man wirklich möchte, dass die digitalen Zwänge abnehmen und man sich wieder freier fühlen kann, dann sollte man ganz konkret werden. Hier sind zehn der besten Tipps, wie man den digitalen Detox angehen kann.

Browser statt Apps

Browser statt Apps Es ist ein scheinbar kleiner Tipp, der aber große Auswirkungen haben kann. Am Smartphone kann man im Grunde alle Seiten über den Browser besuchen. Für viele Anbieter und Seiten ist das aber nicht notwendig, da es auch Apps gibt, die auch praktischer sein und sogar Bonusfunktionen bieten können. Allerdings haben Apps auch einen entscheidenden Nachteil, denn diese können für Push-Benachrichtungen sorgen. Das sind diese Nachrichten, die auf dem Display auftauchen, weil über eine vermeintliche dringende Neuigkeit berichtet wird. In der Regel sind diese Nachrichten aber belanglos, sodass man darauf verzichten kann. Der Browser kann das verhindern. Allerdings kann man Push-Benachrichtungen auch separat für Apps ausschalten.

Der Flugmodus

Der Flugmodus Jedes Smartphone verfügt über diese Funktion, die schnell und einfach aktiviert werden kann. Die Rede ist vom Flugmodus, durch den beispielsweise Bluetooth, WLAN und mobiles Internet mit einem Schlag ausgeschaltet werden. Die Idee hinter dem Flugmodus ist, dass man während eines Fluges möglichst störende Funksignale unterbinden möchte – der Sicherheit wegen. Tatsächlich kann man diese Funktion aber auch nutzen, um das Smartphone mit einem einfachen Klick von der Welt zu trennen. Geht man in den Flugmodus, kann man sich sicher sein, in dieser Zeit nicht von nervigen Nachrichten und Anrufen gestört zu werden.

Geduld lernen

Geduld lernen Es klingt banal und nach einem Ratschlag aus einem Glückskeks, doch bei näherer Betrachtung ergibt es Sinn. Das Problem mit Smartphones und anderen digitalen Geräten besteht darin, dass alles schnell zur Verfügung stehen muss und man sich selbst geradezu darauf trainiert, ungeduldig zu sein. Alles muss sofort verfügbar sein, jede Nachricht muss sofort gelesen und beantwortet werden. Entsprechend kann es sinnvoll sein, ganz aktiv Geduld zu üben, was auch generell für den Alltag und das Leben eine gute Idee ist. Das kann man mit einfachen Übungen machen, die man nach und nach ausbaut. Man hat eine Nachricht erhalten? Einfach fünf Minuten warten, ehe man sie liest. Nach und nach wird man geduldiger und entspannter.

Einen echten Wecker benutzen

Einen echten Wecker benutzen Viele nutzen ihr Smartphone auch deshalb, weil es über praktische Funktionen verfügt. Eine davon ist der Wecker, der dafür sorgt, dass man pünktlich bei der Arbeit oder Schule auf der Matte stehen kann. Doch der Wecker am Smartphone sorgt auch dafür, dass man eben wieder Zeit am Bildschirm verbringt und eher der Versuchung erlegen ist, noch einmal vor dem Schlafengehen auf das Display zu schauen. Die Lösung kann simpel sein: Einen Wecker kaufen, der wirklich nur als Wecker fungiert. Solche Geräte sind preisgünstig zu haben und können dafür sorgen, dass das Handy aus dem Schlafzimmer verbannt werden kann.

Urlaub als Auszeit nutzen

Urlaub als Auszeit nutzen Endlich ist es wieder so weit. Der Urlaub steht an, die Reise ist geplant. Natürlich möchte man sich dabei entspannen und einfach nur eine gute Zeit haben. Doch auch hier ist das Smartphone ganz oft mit dabei und sorgt für mehr Stress, als vielleicht notwendig. Die Lösung kann daher ganz simpel sein, dass man eine Urlaubsreise als Gelegenheit nutzt, aktiv das Smartphone beiseite zu legen und sich lieber auf schöne Erfahrungen zu konzentrieren. Wer unbedingt Fotos machen möchte, kann sich dafür auch eine Kamera kaufen, um so nicht in Gefahr zu geraten, am Strand Arbeitsmails zu lesen.

Räume ohne Smartphone

Räume ohne Smartphone Will man sich von unliebsamen Gewohnheiten trennen, muss man konkret werden und nicht nur halbherzige Vorsätze fassen. Konkret kann es zum Beispiel sein, dass man für bestimmte Räume ein Handyverbot ausspricht. Allen voran für das Schlafzimmer sollte man das machen, denn hier sollte man ruhen. Weitere Räume können das Bad oder Arbeitszimmer sein. Ferner kann man auch zu bestimmten Situationen das Handy beiseite legen, was dann natürlich für die gesamte Familie gilt. Der Esstisch ist ein Ort, an dem im Grunde ebenfalls kein Smartphone benötigt wird.

Den digitalen Gebrauch tracken

Den digitalen Gebrauch tracken Ein wirksames Mittel, um sich etwas abzugewöhnen, besteht darin, sich vor Augen zu führen, wie schwerwiegend ein Problem tatsächlich ist. Das kann im Falle der digitalen Nutzung darin bestehen, die Bildschirmzeit zu sehen, die man täglich oder wöchentlich ansammelt. Manche Menschen würden es wohl nicht glauben, wie viele Stunden zusammenkommen können. Praktischerweise bieten moderne Smartphones Möglichkeiten, um Statistiken darüber zu führen, wie oft und lange das Handy genutzt wurde. Auch wie viel Zeit man mit bestimmten Apps verwendet hat. Darüber hinaus kann man dann sogar Sperren einrichten, um die Zeiten zu verringern.

Feste Zeiten für die Mails

Feste Zeiten für die Mails Struktur ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, Kontrolle zu behalten und sich nicht von seinem Smartphone oder Computer kontrollieren zu lassen. Um wieder Herr der eigenen Gewohnheiten zu werden, kann man feste Zeiten einrichten, an denen man bestimmten Tätigkeiten nachgeht. Mails abrufen und beantworten, kann so ein Fall sein. Es reicht in vielen Fällen, einmal morgens und einmal zum Ende des Arbeitstages die Mails abzurufen. Dafür kann man sich Zeitfenster einrichten, um nicht mehr alle paar Minuten den Posteingang zu checken. Das kann man natürlich auch für andere Messenger und sonstige Apps und Inhalte machen.

Offline Tag einplanen

Offline Tag einplanen Wenn alleine schon der Gedanke daran einen Schrecken auslöst, dann scheint es eine gute Idee zu sein, es mal auszuprobieren. Man kann sich auf dem Weg zum Digital Detox einen Offline-Tag einrichten. Das könnte idealerweise am Wochenende der Fall sein, vielleicht am Samstag oder Sonntag, an dem man einfach frei vom Internet agiert und entsprechend auch kaum das Handy braucht. Wem einmal in der Woche zu viel ist, kann es auch einfach mal so im Monat ausprobieren und schauen, was passiert. Idealerweise überlegt man sich schon im Vorfeld, was man an diesem Tag machen möchte. Vielleicht einen Ausflug, Kochen mit der Familie oder einen Spieletag.

Achtsamkeit üben

Achtsamkeit üben Im Buddhismus ist das Konzept ohnehin bekannt und auch hierzulande mangelt es nicht an Lebensratgebern, in denen die Achtsamkeit gepriesen wird. Letztendlich bedeutet Achtsamkeit, dass man in dem Moment lebt, also nicht an die Vergangenheit oder Zukunft denkt. Wenn man isst, dann isst man und alles andere auf der Welt spielt zu diesem Zeitpunkt keine Rolle. Wer Achtsamkeitsübungen durchführt, kann lernen, dass der Moment wichtig ist und man eben nicht ständig zum Smartphone greifen muss, um etwas über die Welt zu erfahren. Achtsamkeit sorgt für Entspannung und dass der Stress draußen bleiben kann.

Welche Nachteile entstehen vom Digitalen Detoxen

Nachteile vom Digital Detox

Nachteile des digitalen Detox gibt es im Grunde auch, allerdings muss man schauen, ob diese auch wirklich zutreffen. Wer das Smartphone beruflich benötigt, kann es natürlich nicht einfach von jetzt auf gleich ausschalten. Hier braucht es dann einen guten Plan, um die Bildschirmzeit zu verringern. Auch sollte man im Vorfeld seinen Freunden und der Familie Bescheid geben, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. Ferner verliert man auch einen Informationszugang, denn ohne Frage ist das Internet für Recherchen eine großartige Quelle. Ein weiterer Nachteil kann sein, dass ein kurzfristiger Digital Detox nur einen kurzfristigen Effekt hat, da man sofort wieder in alte Gewohnheiten verfällt. Entsprechend sollte man langfristig planen, seine Gewohnheiten zu ändern.

Fazit zum Digital Detox

Es besteht kein Zweifel daran, dass eine zu häufige Nutzung von digitalen Geräten und Medien schädlich sein kann, weil das Gehirn einerseits nicht zur Ruhe kommt und andererseits die Konzentrationsfähigkeit abnimmt, was sich schädlich auf den Alltag auswirkt. Entsprechend lautet die Antwort, dass man Digital Detox betreiben kann. Das bedeutet, dass man sich einige Zeit in großen Teilen aus der digitalen Welt zurückzieht. Das kann eine sehr schöne Erfahrung sein, man wird wieder ruhiger, gelassener und aufmerksamer. Doch wer diesen gesunden Zustand langfristig genießen möchte, sollte entsprechend langfristig etwas an seinen digitalen Gewohnheiten ändern.

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