Unterwegs nach Cold Mountain

In „Unterwegs nach Cold Mountain“ werden die Zuschauer in die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs versetzt. Der Film erzählt die Geschichte von Inman, einem einfachen Arbeiter, und Ada Monroe, einer gebildeten Pfarrerstochter. Ihre Liebe beginnt sich zu entfalten, doch der Ausbruch des Krieges reißt sie auseinander. Inman, der sich den Konföderierten anschließt, und Ada, die allein auf der Farm ihres verstorbenen Vaters zurückbleibt, träumen von einer gemeinsamen Zukunft.

Dauer: 150 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Anthony Minghella
Produzenten: Albert Berger, William Horberg, Sydney Pollack
Hauptdarsteller: Jude Law, Nicole Kidman, Renee Zellweger
Nebendarsteller: Ray Winstone, Brendan Gleeson, Eileen Atkins
Genre: Drama
Studio: Viacom
Sprachen: Deutsch, English

Adas Kampf ums Überleben auf der Farm wird durch die Ankunft von Ruby Thewes, einer unerschrockenen und erfahrenen Farmerin, gemildert. Ihre Freundschaft entwickelt sich, während sie gemeinsam die Herausforderungen des Landlebens meistern. Inman hingegen erlebt an der Front die Grausamkeiten des Krieges und trifft die mutige Entscheidung, zu desertieren. Seine gefährliche Rückkehr nach Cold Mountain ist ein Kampf gegen Widrigkeiten und Verfolgung. Er hofft darauf, Ada wiederzufinden und mit ihr ein neues Leben zu beginnen, fernab der Schrecken des Krieges.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Unterwegs nach Cold Mountain„, ein Drama aus dem Jahr 2003, fasziniert durch seine Intensität. Mit einer Länge von 150 Minuten und einer FSK 12-Freigabe, entführt der Film das Publikum in eine emotionale Welt. Basierend auf Charles Fraziers gleichnamigem Roman, brilliert der Film unter Anthony Minghellas Regie. Drehbuch und Regie stammen von ihm, was der Erzählung eine einzigartige Note verleiht. Zu den hochkarätigen Besetzung zählen Jude Law, Renée Zellweger und Nicole Kidman. Sie tragen entscheidend zur Tiefe des Films bei.

Renée Zellweger, als Ruby, räumte bei den Oscars 2004 groß ab. Sie gewann den Oscar für die Beste Nebenrolle und wurde vielfach geehrt. Ihre Leistung brachte ihr auch den Golden Globe und den Preis der Amerikanischen Schauspielgilde ein. Cold Mountain erhielt insgesamt sieben Oscar-Nominierungen. Zusätzlich war der Film in sieben Kategorien für den Golden Globe nominiert.

Die Kulisse des Films, Cold Mountain in North Carolina, verleiht der Handlung Authentizität. Gedreht wurde jedoch größtenteils in Rumänien, Virginia, South Carolina und North Carolina. Die Produktionsentscheidung, in Osteuropa zu drehen, begründete sich durch niedrigere Kosten und eine unberührtere Natur. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von $173 Millionen, übertraf der Film die Gewinnschwelle. Er startete mit $14,5 Millionen am Eröffnungswochenende und behauptete sich stark im Kino.

Inhalt und Handlung vom Film „Unterwegs nach Cold Mountain“

Im Jahre 1861, als North Carolina sich von der Union trennt, bricht der Bürgerkrieg aus. W.P. Inman, ein Zimmermann aus Cold Mountain, verliebt sich in Ada Monroe, die Tochter eines Predigers. Ihre Romanze wird jedoch jäh durch den Krieg unterbrochen. Trotz der Trennung verspricht Ada, auf Inmans Rückkehr zu warten. Ihr Abschied ist geprägt von einem ersten Kuss und der Hoffnung auf ein Wiedersehen. Inman verlässt Ada schweren Herzens, um sich der Konföderierten Armee anzuschließen. Ihre Liebe bleibt eine ferne Erinnerung, während der Krieg voranschreitet und Inman in den Kampf zieht. Drei Jahre später ist Inman Soldat in der Schlacht am Krater. Trotz schwerer Verluste überlebt er, wird aber in einem Scharmützel schwer verwundet.

In einem Feldlazarett liest ihm eine Krankenschwester Adas Brief vor. Ihre Worte der Sehnsucht und Liebe bewegen Inman zutiefst. Er fasst den Entschluss, zu desertieren und zu Ada zurückzukehren. Inmans beschwerliche Reise beginnt, geprägt von Gefahren und moralischen Dilemmata. Auf dem Weg begegnet er verschiedenen Menschen, die das Kriegsgeschehen ebenfalls geprägt hat. Inman trifft auf den korrupten Prediger Veasey und hindert ihn daran, seine schwangere Geliebte zu ertränken. Veasey, aus seiner Gemeinde verstoßen, begleitet Inman. Sie stoßen auf Junior, der sie verrät. Inman wird von der Heimatwache gefangen genommen und in einem weiteren Gefecht für tot zurückgelassen. Ein Einsiedler rettet ihn und pflegt ihn gesund.

Liebe und Leid im Schatten des Krieges

Später hilft Inman der Witwe Sara und ihrem Baby Ethan, drei Unionssoldaten abzuwehren, die sie bedrohen. Inman setzt seine Reise fort, getrieben von der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Ada. In Cold Mountain erlebt Ada nach dem Tod ihres Vaters schwere Zeiten. Sie kämpft um das Überleben auf ihrer Farm. Hilfe erhält sie von den Nachbarn Esco und Sally Swanger. Sie senden Ruby Thewes, eine erfahrene Farmerin, um Ada zu unterstützen. Zusammen bewirtschaften sie die Farm und bauen eine tiefe Freundschaft auf. Ada schreibt weiterhin Briefe an Inman, von denen sie jedoch nie eine Antwort erhält. Sie hofft dennoch, dass ihre Liebe die Schrecken des Krieges überdauern wird.

Captain Teague, Anführer der Heimatwache, bedroht Ada und ihre Farm. Er begehrt sowohl Ada als auch ihr Land. Unter seiner Führung tötet die Heimatwache Esco und foltert Sally, um Informationen über desertierte Soldaten zu erlangen. Ada und Ruby retten die traumatisierte Sally. Sie feiern mit Stobrod, Rubys Vater, Weihnachten. Doch die Gefahr lauert weiterhin. Teague entdeckt Stobrod und seinen Musikerkollegen Pangle und tötet sie. Ruby und Ada finden die Überlebenden und flüchten zu einem verlassenen Cherokee-Lager.

Inman erreicht endlich Cold Mountain. Er und Ada finden zueinander und verbringen eine leidenschaftliche Nacht zusammen. Doch ihr Glück währt nicht lange. Teague und seine Männer greifen an. Inman verteidigt Ada und Ruby und tötet Teague und seine Männer. In einem letzten Duell wird Inman tödlich verletzt. Ada erreicht ihn rechtzeitig, um ihm in den letzten Momenten beizustehen. Jahre später wird offenbart, dass Ada und Inmans Tochter, Grace Inman, geboren wurde. Ruby hat Georgia geheiratet und zusammen mit Stobrod und Sally feiern sie ein friedliches Osterfest auf ihrer Farm.

Filmkritik und Rezension von „Unterwegs nach Cold Mountain“

Anthony Minghellas Film „Unterwegs nach Cold Mountain“ polarisiert mit seiner intensiven Darstellung einer tragischen Liebesgeschichte im Bürgerkrieg. Jude Law, als einfacher Arbeiter Inman, und Nicole Kidman, als gebildete Ada Monroe, bilden das Zentrum dieser Erzählung. Ihre Liebe wird durch den Ausbruch des Krieges und Inmans Einberufung an die Front brutal unterbrochen. Minghella meistert die Herausforderung, die Zerbrechlichkeit und Stärke dieser Beziehung darzustellen. Die Szene ihres Abschiedskusses symbolisiert ihre unausgesprochene Zuneigung und Hoffnung. Minghella verwebt gekonnt ihre getrennten Wege und Herausforderungen, während Inman einen gefährlichen Heimweg antritt.

Die Darstellung von Inmans Odyssee durch feindliches Gebiet ist ein zentrales Element des Films. Seine Erfahrungen an der Front, verbunden mit dem ständigen Kampf ums Überleben, verleihen der Geschichte Tiefe. Doch hier stößt der Film an seine Grenzen. Minghella bleibt dem Roman zu treu, was zu einem Übermaß an Subplots führt. Diese führen stellenweise zu einer Glaubwürdigkeitslücke und Langatmigkeit in Inmans Geschichte. Trotz dieser Erzählstruktur gelingt es Minghella jedoch, die Brutalität des Krieges und die Zerrissenheit des Protagonisten eindrucksvoll darzustellen. Die Leistungen der Nebendarsteller, insbesondere von Philip Seymour Hoffman und Natalie Portman, sind bemerkenswert und bereichern den Film.

In Bezug auf die schauspielerischen Leistungen ist Renée Zellweger als Ruby Thewes hervorzuheben. Sie übertrifft Nicole Kidman in ihren gemeinsamen Szenen deutlich, indem sie eine überzeugende und lebensnahe Farmerin darstellt. Kidmans Darstellung der Ada Monroe wirkt hingegen manchmal zu glatt und weniger authentisch. Jude Laws Leistung ist gemischt; er brilliert in emotionalen Szenen, bleibt aber sonst oft hinter seinem Potential zurück. Der Film beeindruckt mit seinen visuellen Qualitäten. John Seales Kameraarbeit und die aufwendigen Kulissen und Kostüme sind beeindruckend. Trotz einiger erzählerischer Schwächen ist „Unterwegs nach Cold Mountain“ ein visuelles Meisterwerk, das seine Schwächen durch beeindruckende Bilder und starke Einzelleistungen wettmacht.

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