Beasts of the Southern Wild

Vorhang auf für „Beasts of the Southern Wild„, ein poetischer Blick auf eine Welt, die an der Grenze des Verstehbaren liegt. Durch die Augen der jungen Protagonistin Hushpuppy präsentiert uns Regisseur Benh Zeitlin eine Coming-of-Age-Geschichte, eingebettet in die raue Wildnis des amerikanischen Südens. Mit überzeugender Kunstfertigkeit entfaltet Zeitlin ein Märchen, das die Linie zwischen Realität und Fantasie verwischt. Er stellt uns ein Universum vor, das von den verheerenden Auswirkungen der Naturgewalten gezeichnet ist, und uns zugleich an die unschätzbare Schönheit der Kindheit erinnert.

Dauer: 93 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Benh Zeitlin
Produzenten: Michael Gottwald, Dan Janvey, Josh Penn
Hauptdarsteller: Quvenzhané Wallis, Dwight Henry
Nebendarsteller: Lowell Landes, Pamela Harper, Gina Montana
Genres: Drama, Fantasy
Studio: Fox Searchlight Pictures
Sprachen: Deutsch, English

In dieser einzigartigen Erzählung treffen wir auf Hushpuppy, ein Mädchen, das sowohl süß als auch wild ist. Quvenzhané Wallis liefert eine beeindruckende Leistung und verkörpert mit Mut und Verletzlichkeit den unverwechselbaren Charakter der Hushpuppy. Die Geschichte ihres Überlebenskampfes und ihre magische Beziehung zur Natur sind zentrale Elemente in diesem Film. „Beasts of the Southern Wild“ bietet uns eine visuell atemberaubende, emotionale Reise, die tief in unser Herz trifft.

Besetzung / Schauspieler, Regie und Drehorte

Beasts of the Southern Wild„, ein kraftvolles Fantasy-Drama aus dem Jahr 2012, stammt aus der Feder von Benh Zeitlin und Lucy Alibar. Inspiriert wurde es von einem Theaterstück Alibars. Auf der großen Leinwand erschuf Zeitlin eine bezaubernde Welt, eingebettet in das abgelegene Sumpfland Louisianas. Fokussiert wird auf das tapfere Mädchen Hushpuppy, meisterhaft dargestellt von Quvenzhané Wallis, und ihren schwerkranken Vater Wink, gespielt von Dwight Henry. Dabei handelt es sich um die Erstlingswerke beider Schauspieler.

Erschaffen wurde diese Welt mit einem Budget von ungefähr 1,3 Millionen US-Dollar. Dank des einzigartigen Settings und der herausragenden Darbietungen gewann der Film den Hauptpreis des Sundance Film Festivals im Januar 2012. Sein deutsches Kinodebüt feierte der Film am 20. Dezember 2012. Verantwortlich für den eindringlichen Score waren Dan Romer und Benh Zeitlin, während Ben Richardson die Kamera führte. Zugeschrieben wird der stimmige Filmschnitt Crockett Doob und Affonso Gonçalves.

Verwoben ist der Plot mit einer unausweichlichen Bedrohung, symbolisiert durch vor Urzeiten eingefrorene Monster, die Hushpuppy erahnen lässt. Als Vorlage diente das reale Leben in den isolierten Fischergemeinden von Louisianas Terrebonne Parish, insbesondere auf der schnell erodierenden Isle de Jean Charles. Drehort war jedoch Montegut, eine Stadt im gleichen Bezirk. Der Film erhielt vier Oscar-Nominierungen, darunter Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin und Bestes adaptiertes Drehbuch.

Inhalt und Handlung vom Film „Beasts of the Southern Wild“

Die Geschichte von „Beasts of the Southern Wild“ entfaltet sich in der abgeschiedenen Gemeinde „Bathtub“ im Louisiana Bayou, wo das sechsjährige Mädchen Hushpuppy und ihr kranker Vater Wink in harmonischem Einklang mit der Natur leben. Während ihrer Schulstunden lernen Hushpuppy und ihre Altersgenossen bei Miss Bathsheba von den prähistorischen Auerochsen. Die Warnungen vor einem bevorstehenden universellen Wandel, der die Badewanne unter Wasser setzen würde, bleiben den Kindern in Erinnerung.

Winks gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich zunehmend, was Hushpuppy veranlasst, sich selbst zu versorgen. Ein heftiger Streit eskaliert in körperlicher Gewalt und führt zu Winks Kollaps. In dem Glauben, sie habe das Universum aus dem Gleichgewicht gebracht, eilt Hushpuppy, von Donnergrollen begleitet, um Hilfe zu holen. Wink bleibt jedoch unauffindbar, als sie mit einer Kräutermedizin zurückkehrt. Gleichzeitig beobachten wir, wie kalbendes Eis prähistorische Auerochsen freisetzt, die sich auf den Weg zur Badewanne machen.

Bedrohung und Wiederaufbau

Die heranziehende Bedrohung wird deutlicher, als das Wetter sich verschlechtert und die Bewohner der Badewanne sich auf die bevorstehende Flut vorbereiten. Wink, der sich in einem prekären Zustand befindet, bringt die verbliebenen Bewohner dazu, den Sturm auszusitzen. Nach der Überflutung am nächsten Morgen bewerten Hushpuppy und Wink die Zerstörung und treffen auf Nachbarn, die ebenfalls geblieben sind.

Die Bewohner der Badewanne stellen schwimmende Unterkünfte her und schmieden Pläne für den Wiederaufbau ihrer Gemeinschaft. Wink versucht, das Wasser abzuleiten, indem er mit einem Alligator-Kadaver ein Loch in den Deich sprengt. Obwohl das Wasser zurückgeht, werden die übriggebliebenen Bewohner zur Evakuierung gezwungen und in Notunterkünften untergebracht. Wink wird ohne seine Zustimmung operiert, jedoch kann seine Gesundheit nicht mehr gerettet werden.

Als Wink im Sterben liegt, versucht Hushpuppy, einer vermeintlichen Spur zu ihrer verschwundenen Mutter zu folgen. Sie und ihre Freunde werden zu den „Elysian Fields“ gebracht, einer schwimmenden Bar, wo sie glaubt, ihre Mutter gefunden zu haben. Trotz des Angebots, dort zu bleiben, kehrt sie nach Hause zurück, wo die Auerochsen ankommen und sie ihren sterbenden Vater besucht. Mit Winks Tod endet der Film auf einer Note des Abschieds und der Hoffnung.

Fazit und Kritiken zum Film „Beasts of the Southern Wild“

Beasts of the Southern Wild„, ein Kinoerlebnis wie kein anderes. Es verkörpert das Chaos, das Abenteuer und das Wunder der Kindheit in einer weitaus realistischeren Art und Weise, als wir es sonst gewohnt sind. Der aufstrebende Regisseur Benh Zeitlin erweist sich in seinem ersten Langfilm als virtuoser Geschichtenerzähler, indem er eine dunkle und tiefgreifende Kindheitserzählung auf die Leinwand bringt. Durch das Aneinanderreihen von erzählerischen und inszenatorischen Wagnissen erschafft Zeitlin ein Gesamtkunstwerk von erstaunlicher Klarheit und Eindringlichkeit, das sich nahtlos in das Pantheon großer Kinoerlebnisse einfügt.

Inmitten dieses visuell eindrucksvollen Spektakels sticht die schillernde Figur der Hushpuppy hervor, brillant dargestellt von der jungen Quvenzhané Wallis. Wallis’ Hushpuppy ist eine überzeugende Mischung aus Süße, Sympathie und Wildheit. Eine kindliche Heldin, die in einem verpesteten Sumpf überlebt, dessen Dreckigkeit kaum zu überbieten ist. In der Rolle des unsteten Vaters zeigt Dwight Henry eine atemberaubende Leistung. Er bringt den Charakter des Wink auf die Leinwand, der schnell zwischen einem wahnwitzigen, überforderten Vater und einem despotischen Hinterwäldler wechselt, wodurch er ständig die Spannung erhöht.

„Beasts of the Southern Wild“ ist eine wahre filmische Freude, die immer wieder überrascht. Ein Moment ist es ein packendes Hinterwäldler-Drama, im nächsten verwandelt es sich in ein schräges, zauberhaftes Märchen. Die Geschöpfe der Fantasie Hushpuppys könnten direkt aus einem Studio-Ghibli-Film entsprungen sein, und die freizügige Anwendung von Phantasie untergräbt die übliche Gut-Böse-Dramaturgie und aufgesetzte Moral. „Beasts of the Southern Wild“ ist ein wahrhaft inspirierendes und mutiges filmisches Werk, das man nicht verpassen sollte.

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